Innovation for Your Health
 

11. Januar 2018

Life Science-Branche in Norddeutschland: Bruttowertschöpfung und Beschäftigtenzahlen steigen

Bereits zum zweiten Mal hat das unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR Kennzahlen zur Wirtschaftskraft des Life Science Nord Clusters erhoben. Die Daten für das Jahr 2016 zu den Branchen Medizintechnik, Pharma und Biotechnologie wurden im Rahmen einer Pressekonferenz im kürzlich eröffneten StartUp-Zentrum „Health Innovation Port“ auf dem Philips-Gelände in Hamburg präsentiert.

Hamburg, 12. Januar 2018 - Die Studie mit dem Titel "Der ökonomische Fußabdruck des Clusters Life Science Nord für die Region Hamburg und Schleswig-Holstein" wurde im Auftrag von Life Science Nord von WifOR erstmals für das Jahr 2014 durchgeführt und nun für das Jahr 2016 aktualisiert. Die zentralen Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre stellte WifOR-Forschungsfeldleiter Benno Legler dem Hamburger Wissenschaftssenator Frank Horch, dem Schleswig-Holsteinischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sowie Branchenakteuren und Pressevertretern vor.

Positive Trends bei Erwerbstätigen und Bruttowertschöpfung

"Die Studienergebnisse sind sehr erfreulich", sagte Dr. Hinrich Habeck, Geschäftsführer der Life Science Nord Management GmbH. "Ein Plus von knapp 300 Millionen Euro bei der Bruttowertschöpfung und 3.300 Beschäftigte mehr in den vergangenen zwei Jahren (≈ 3,5% durchschnittliches Wachstum pro Jahr zwischen 2014 und 2016) zeigen, dass sich die Branche in Schleswig-Holstein und Hamburg positiv entwickelt. Vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung sind seit dem Jahr 2014 über 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden."

Kennzahlen auf verbesserter Datenbasis

"Die aktuelle Studie konnten wir auf einer verbesserten Datenbasis durchführen", erläuterte Benno Legler die Methodik zur Datenerhebung. "In 2017 hat es erstmals eine Veröffentlichung von vergleichbaren Kennzahlen zur Gesundheitswirtschaft für alle 16 Bundesländer gegeben. Somit sind in dieser Studie noch genauere Aussagen über die Wirtschaftskraft des Life Science Nord Clusters möglich." Die Studienergebnisse machten vor allem die Ausstrahlwirkung des Clusters im Bereich der Erwerbstätigen deutlich: "Die knapp 50.000 Erwerbstätigen in der Life Science-Branche sichern weitere rund 13.800 Arbeitsplätze bei Vorleistern des Clusters und durch die Wiederverausgabung ihrer Einkommen weitere 12.600 Arbeitsplätze in der Gesamtwirtschaft der Region."

Politik: Gute Basis, die weiter ausgebaut werden muss

"Rund 42% der aus Deutschland kommenden Vorleistungen wie zum Beispiel Einkäufe von Rohmaterialien oder Maschinen sind aus Hamburg und Schleswig-Holstein selbst", hob Senator Frank Horch hervor. "Das bedeutet, dass die Branche im deutschlandweiten Vergleich bemerkenswert eng mit der Region verflochten ist und auch die verwandten Industriezweige von den positiven Trends profitieren." Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz unterstrich die Bedeutung der Life Science Nord-Region im Vergleich zu den anderen Bundesländern: "Die neu erhobenen Daten zeigen, dass pro Einwohner in Schleswig-Holstein und Hamburg jährlich 865 Euro Bruttowertschöpfung entstehen." Damit sei die Region bundesweit auf dem vierten Platz. "Dieses Ranking zeigt einen guten Status Quo - wir dürfen uns darauf aber nicht ausruhen, sondern müssen am Ball bleiben und die Voraussetzungen schaffen, dass sich die Branche weiterhin gut entwickeln kann."

Innovationen als Branchenmotor - Health Innovation Port

Die Entwicklung der Branche hängt maßgeblich auch von ihrer Innovationskraft ab. Symbolisch dafür war der Veranstaltungsort: Im kürzlich eröffneten Health Innovation Port, gegründet von Philips und der Techniker Krankenkasse, arbeiten StartUps und bereits etablierte Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich zusammen, um innovative Ideen in Produkte zu überführen und auf den Gesundheitsmarkt zu bringen. Inzwischen nutzen schon elf StartUps den HIP und seine Infrastruktur. Mehr unter: http://www.healthinnovationport.de/

Methodik und Begriffe

Die Gesundheitswirtschaft ist eine der größten Branchen in Deutschland. Die industrielle Gesundheitswirtschaft (IGW) repräsentiert insbesondere den produzierenden Teil und stellt einen hochproduktiven Bereich innerhalb der gesamten Branche dar. Die industrielle Gesundheitswirtschaft umfasst als Kern des Clusters wichtige Teile der "Wertschöpfungskette Gesundheit" wie Humanarzneiwaren, Medizintechnik, Körper-, Mund- und Zahnpflegeprodukte, Sport- und Fitnessgeräte, gesundheitsrelevante Informationsgeräte, Forschung und Entwicklung sowie E-Health. Die für das Cluster LSN erfolgte Definition umfasst darüber hinaus auch den Großhandel, nicht aber den Einzelhandel. Im Rahmen der Studie wurde neben der Ermittlung der zentralen ökonomischen Kennzahlen für die gesamte Branche eine für das Cluster Life Science Nord maßgeschneiderte Abgrenzung der Branche vorgenommen und u.a. auch die Bedeutung von Medizintechnik sowie Forschung und Entwicklung innerhalb des Clusters detailliert untersucht.

Unter dem Begriff "ökonomischer Fußabdruck" versteht man die gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Branchen oder Unternehmen anhand ökonomischer Kennzahlen wie zum Beispiel der Bruttowertschöpfung, der Anzahl der Erwerbstätigen oder des Exportvolumens.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR hat den etablierten Ansatz des "ökonomischen Fußabdrucks" länderübergreifend auf Hamburg und Schleswig-Holstein angewendet und so im Jahr 2014 erstmals die enge wirtschaftliche Verflechtung der beiden Bundesländer dargestellt. Die Zahlen und Fakten der neu vorgestellten Studie basieren auf den aktuellen Ergebnissen der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für Deutschland und die einzelnen Bundesländer. Gegenüber der vorherigen Datenbasis konnte damit auf eine detailliertere Grundlage zurückgegriffen sowie zusätzlicher Forschungsaufwand in die Weiterentwicklung des Modells investiert werden, wodurch genauere Aussagen zur Wirtschaftskraft des LSN Clusters möglich werden.

Über WifOR GmbH

WifOR ist ein unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut mit Standorten in Darmstadt und Berlin, das im Jahr 2009 als Ausgründung aus dem Fachgebiet Finanz- und Wirtschaftspolitik an der TU Darmstadt entstanden ist. Die Forschungsschwerpunkte des Instituts liegen insbesondere im Bereich der Gesundheitswirtschaft und Gesundheitsökonomie, der Arbeitsmarktforschung sowie branchenübergreifenden Wertschöpfungsanalysen. Mehr unter: http://www.wifor.de

Download der Publikation

Inhalt konnte nicht geladen werden.