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12. Februar 2019

4,2 Millionen Euro für medizinische Diagnostik und Lebensmittelkontrolle

Der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein Daniel Günther überbrachte der Universität zu Lübeck einen Förderbescheid über 4,2 Millionen Euro für die Metabolomik. Die Förderung für den Aufbau von Forschungsinfrastrukturen in Schleswig-Holstein erfolgt im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft.

Anlässlich der Übergabe am 16. Januar 2019 im Zentrum für Gehirn, Hormone und Verhalten (CBBM) der Universität demonstrierten beteiligte Wissenschaftler die Funktionsweise und Leistungsfähigkeit des neuen Gerätes mit einem live übertragenen Laborexperiment. Dabei wurde auch ein Lübecker Rotspon, der dem Ministerpräsidenten überreicht wurde, auf seine molekularen Bestandteile hin spezifiziert. Zusätzlich gab es eine weitere Flasche von auf dem Campus gewachsenem Wein des Ausnahmejahrgangs 2018.

Das Metabolom umfasst die Gesamtheit aller Stoffwechselprodukte in einem Organismus oder einer Zelle. Weniger als 10 Prozent der Moleküle, die das Metabolom ausmachen, sind bisher bekannt. Das zugehörige Forschungsgebiet, die Metabolomik, ist an der Universität zu Lübeck am Institut für Chemie und Metabolomik angesiedelt. Institutsdirektor ist Prof. Dr. Thomas Peters.

Das neue Analysegerät fußt auf der kernmagnetischen Resonanz (NMR) und stellt für die Metabolomik die derzeit beste verfügbare Technologie bereit. Das Laborexperiment an dem supraleitenden Magneten des 600 MHz NMR-Gerätes demonstrierte bei der Übergabe des Förderbescheids Barbara Richer, M.Sc. Ein neuer Lehrstuhl für Metabolomik an der Universität ist in der Berufung.

Hohe Bedeutung auch für Ernährungs- und Gesundheitswirtschaft

Die Metabolomik hat eine hohe Bedeutung nicht nur für die Grundlagenwissenschaften, sondern auch für die Ernährungs- und Gesundheitswirtschaft. Enge Verbindungen bestehen zum Institut für Ernährungsmedizin der Universität und zum gemeinsam mit der Universität Kiel und dem Forschungszentrum Borstel betriebenen Exzellenzcluster für Präzisionsmedizin und Entzündungsforschung. Mit den Unternehmen der Ernährungs- und Gesundheitswirtschaft der Region gibt es bereits enge Verknüpfungen. Hier ist die foodRegio, die die entsprechenden Unternehmen und Einrichtungen in Schleswig-Holstein vertritt, als besondere Antriebskraft zu nennen. Prof. Dr. Björn P. Jacobsen aus dem Vorstand der foodRegio: „FoodRegio unterstützt die Lübecker Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei ihren Profilierungsbestrebungen zum Aufbau eines Exzellenzstandorts der Ernährungswissenschaften in Nordeuropa. Wie an keinem anderen Ort bilden die Partner in Lübeck die gesamte Wertschöpfungskette ab. Für Unternehmen besteht so die Möglichkeit, im unmittelbaren Dialog von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung mitzuwirken.“

In der Forschung ergeben sich neue Perspektiven an den Schnittpunkten von Medizin, Informatik und Naturwissenschaften. Eine Verschränkung von Metabolomik und Strukturbiologie bietet einen völlig neuen Blick auf Infektionskrankheiten. Der wesentliche Einfluss, den der Stoffwechsel des Mikrobioms im Darm auf den Verlauf bakterieller oder viraler Infektionen hat, wird präziser erforscht werden können. In der Anwendung bestehen enge Verflechtungen mit der benachbarten Technischen Hochschule und der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik in Lübeck. Prof. Thomas Peters hierzu: "Mit der Etablierung einer NMR-Metabolomics-Plattform in dieser Größenordnung können sich Wissenschaft und Wirtschaft auf ganz neue Art und Weise auf verschiedenen Ebenen begegnen. Ich persönliche erhoffe mir durch die Verknüpfung von NMR-Metabolomik mit modernen strukturbiologischen Verfahren deutlich tiefere Einblicke in die Steuerung viraler und bakterieller Infektionen."

Auch die Studierenden der Universität, von denen etliche bei der Übergabe anwesend waren, profitieren von der neuen Ausstattung. Insbesondere in den Studiengängen Molecular Life Science und Medizinische Ernährungswissenschaft eröffnen sich neue Felder der Spezialisierung.

Das Landesprogramm Wirtschaft (LPW) bündelt im Zeitraum 2014 – 2020 Fördermittel der Europäischen Union - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) sowie Landesmittel für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein.

Mehr Informationen im Internet hier

Quelle: Pressemitteilung Universität zu Lübeck vom 16.01.2019, www.uni-luebeck.de/aktuelles/pressemitteilung/artikel/42-millionen-euro-fuer-medizinische-diagnostik-und-lebensmittelkontrolle.html

 

 

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