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28. Oktober 2019

NORTHOPEDICS - Innovationsnetzwerk für Knochenheilung in Berlin

Am 26. September lud NORTHOPEDICS, das norddeutsche Innovationsnetzwerk für Knochenheilung, zum parlamentarischen Frühstück in die Schleswig-Holsteinische Landesvertretung in Berlin ein. Den Abgeordneten bot sich die Gelegenheit, das Tätigkeitsfeld ausgewählter Experten aus Klinik, Wissenschaft und Industrie kennenzulernen und im direkten Gespräch deren Chancen und Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Therapie- und Diagnostiklösungen für muskuloskelettale Erkrankungen zu erörtern. Ziel der Veranstaltung war es, mögliche strukturelle Handlungsansätze aufzuzeigen, damit Gesundheitsinnovationen schneller zum Patienten gelangen können.

So hat die Kieler osteolabs GmbH einen neuen, strahlenfreien Test entwickelt, mit dem Frauen bereits zu Beginn der Wechseljahre auf Osteoporose getestet werden können. Der Labortest baut auf massenspektrometrische Vermessung von Calciumisotopen in Blut- oder Urinproben und kann von Ärzten im eigenen Praxislabor durchgeführt werden. In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und dem GEOMAR-Helmholtz Zentrum wurde das Verfahren klinisch getestet und validiert. Die Finanzierung solcher klinischen Studien und Bewertungen, deren geforderte Anzahl und Komplexität mit Inkrafttreten der MDR (Medical Device Regulation) und IVDR (In-vitro Diagnostic Device Regulation) erheblich gestiegen ist, ist insbesondere für die hochinnovativen kleinen Unternehmen (KMUs) und Start-ups eine große Herausforderung. Denn bestehende Förderinstrumente decken nur einen Teil der Kosten ab, Unternehmen müssen in der Regel 50 % der Kosten selbst tragen. „Wir wünschten, es würde eine Art Bafög-System zur Finanzierung klinischer Studien geben, so dass wir als Spin-off zunächst die Innovation bis zur Marktreife entwickeln könnten und ab dem Zeitpunkt der Gewinngenerierung das Darlehen dann zurückzahlen“, erklärten Dr. Kloth und Prof. Eisenhauer, Geschäftsführer und Gründer der osteolabs GmbH.

Prof. Smeets, stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) und Leiter der Sektion Regenerative Orofaziale Medizin am UKE ist ebenso wie Frau Dr. Behrens, wissenschaftliche Leiterin der Sektion Dentale Implantologie, Klinik für MKG am UKSH Kiel, überzeugt davon, dass Kooperationen zwischen klinischer Wissenschaft und Industrie förderlich sind, um Gesundheitsinnovationen zügig, wissenschaftlich fundiert und patientennah auf den Weg zu bringen. „Für die Forschung im Verbund mit der Industrie, insbesondere mit KMUs, ist das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi ein sehr gutes Förderinstrument, von dem auch unsere AG schon mehrfach profitiert hat. Das Programm sollte unbedingt fortgeführt werden“, betonte Prof. Smeets. Die aktuelle ZIM-Richtlinie endet mit Ablauf des Jahres 2019, das Inkrafttreten einer neuen Richtlinie ist zum 3. Quartal 2020 zu erwarten.

Damit Gesundheitsinnovationen schneller in die Praxis gelangen, müsste es u.a. ein flexibleres und früheres Zusammenspiel von Forschung und Entwicklung mit möglichen Kostenträgern geben. Die Einbeziehung von Krankenkassen bereits bei der Produktentwicklung und ein Wegbewegen von zu einheitlichen Bewertungsregeln für verschieden geartete Innovationen könnten die Wege zum Patienten verkürzen, da waren sich alle Referenten einig.

Die Gäste verfolgten die Ausführungen der Experten sehr interessiert und machten konstruktive Vorschläge zur Nachverfolgung der Anliegen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Hinrich Habeck, Geschäftsführer der Life Science Nord Management GmbH, welche das NORTHOPEDICS - Innovationsnetzwerk für Knochenheilung in Schleswig-Holstein und Hamburg mit inzwischen mehr als 60 Akteuren aufgebaut hat und koordiniert. Das NORTHOPEDICS Netzwerk ist als Projekt von Juni 2016 bis Oktober 2019 durch den Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) und durch Schleswig-Holsteinische Landesmittel gefördert.

Weitere Infos zum Projekt NORTHOPEDICS

 

 

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