Ausgezeichnetes UKSH-Projekt: Gefäße aus dem Biodrucker

Dr. Rouven Berndt, Oberarzt der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, wurde mit dem Dr. Rusche-Forschungspreis der Deutschen Stiftung für Herzforschung und der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) ausgezeichnet.

Prof. Dr. Cremer, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Prof. Dr. Albrecht, Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Dr. Pfarr, Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, Dr. Berndt, Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie

Der Preis wurde im Rahmen der 50. Jahrestagung der DGTHG verliehen, die in diesem Jahr online stattfand. Dr. Berndt wurde stellvertretend für ein interdisziplinäres Team der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, der Klinik für Anästhesiologie und Operativen Intensivmedizin und der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie des UKSH und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel geehrt. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert.

Das geförderte Projekt hat die Herstellung von künstlichen Gefäßen aus einem Biodrucker mit zum Teil nur wenigen Millimetern Durchmesser zum Ziel. Sie sollen in der chirurgischen Therapie der koronaren Herzkrankheit und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit als Bypass und Gefäßersatz dienen. Bei diesen Erkrankungen verursacht meist eine Verkalkung die Verengung oder den Verschluss von Herzkranzgefäßen oder von Arterien in den Beinen. Als Bypass-Material oder Gefäßersatz wird bislang nach Möglichkeit körpereigenes Gewebe verwendet, das jedoch oft nicht ausreichend verfügbar ist. Auch künstliche Transplantate werden eingesetzt, die allerdings nur zeitlich begrenzt ihre Aufgabe erfüllen.

Die Arbeitsgruppe hat deshalb einen 3D-Biodrucker (3D-Bioprinter) und eine neuartige Biomatrix (Bio-ink) entwickelt und in ersten präklinischen Versuchen erprobt. Die neu entwickelte Biomatrix als Synthese aus Zuckerverbindungen (Polysacchariden) und Kollagen dient hierbei als Träger von Endothel- und glatten Muskelzellen, die aus dem Blut der Patientinnen und Patienten gewonnen werden. Anschließend wird das entstehende Gefäß in einem Bioreaktor kultiviert. Künftig ist auch die Entwicklung und der Einsatz von Zelllinien geplant, die nicht nur bei der Person einsetzbar sind, der sie entnommen wurden, sondern auch anderen Patientinnen und Patienten als Transplantat dienen können.

Die Fördermittel aus dem Stiftungsfonds Dr. Ortwin Rusche werden jährlich für patientennahe Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Herzchirurgie vergeben. Unterstützt werden damit junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland.

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