Aufbau einer europäische Software-Plattform für die Forschung an Synchrotronlichtquellen
Heutzutage hängt die wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zunehmend von dem Können ab, hochentwickelte Computing-Infrastrukturen zu entwickeln und vorzuhalten. Hierfür bündeln die ESRF und DESY ihr Fachwissen, um gemeinsame Lösungen für die Steuerung von Strahlführungen, die Datenerfassung, die Datenanalyse und das wissenschaftliche Rechnen voranzutreiben – mit dem Ziel, den Grundstein für ein von der Forschungsgemeinschaft getriebenes europäisches Ökosystem zu legen, das sich nachhaltig weiterentwickeln und auf die wachsenden Anforderungen der Forschung mit Photonen reagieren kann.
DESY und die ESRF verbindet eine langjährige und fruchtbare Partnerschaft in zahlreichen wissenschaftlichen und technologischen Bereichen. In diesem Jahr, in dem die ESRF den sechsjährigen erfolgreichen Betrieb der ESRF-EBS feiert – dem ersten einer neuen Generation von Hochenergie-Synchrotrons der vierten Generation – und DESY mit dem PETRA IV-Projekt auf dem Weg zur weltweit hellsten aller Synchrotronlichtquellen voranschreitet, bündelt die neue strategisch Vereinbarung die Komplementarität der beiden Forschungsinfrastrukturen. Gemeinsam bringen sie Fachwissen in den Bereichen Anlagenbetrieb, Instrumentierung, Softwareentwicklung, Datenmanagement und wissenschaftliches Rechnen ein und schaffen so eine solide Grundlage für die Entwicklung gemeinsamer Lösungen zum Nutzen der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft.
Die Zukunft wissenschaftlicher Software für die Forschung mit Photonen gestalten
Die Komplexität der heutigen wissenschaftlichen Herausforderungen – von Gesundheit und Klimawandel bis hin zur Energiewende, fortschrittlichen Fertigungstechniken und Quantentechnologien – erfordert immer ausgefeiltere Software, die in der Lage ist, komplexe Messtechnik, umfangreichste Datenströme und anspruchsvollste Rechenworkflows zu bewältigen.
„Die Synergie zwischen der ESRF und DESY ist entscheidend, um die immer komplexer werdenden wissenschaftlichen und technologischen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen“, sagte Jean Daillant, Generaldirektor der ESRF. „Indem wir unser sich ergänzendes Fachwissen bündeln und mit Partnern in ganz Europa zusammenarbeiten, können wir ein nachhaltiges Software-Ökosystem schaffen, das wissenschaftliche Exzellenz fördert, Innovationen beschleunigt und Europas Fähigkeit stärkt, die Technologien zu entwickeln und zu pflegen, die für wissenschaftliche Entdeckungen und Innovationen entscheidend sind.“
„Starke Partnerschaften sind unerlässlich, um die komplexen Herausforderungen der modernen Wissenschaft zu bewältigen“, sagte Britta Redlich, DESY-Direktorin für Forschung mit Photonen. „Durch unsere Zusammenarbeit schaffen die ESRF und DESY eine nachhaltige Grundlage für die Software- und Technologieentwicklung, die wissenschaftliche Durchbrüche ermöglicht, Innovationen fördert und das europäische Forschungsökosystem stärkt. Die Zusammenarbeit, die auch anderen Einrichtungen und Partnern offensteht, zeigt, dass Europas führende Forschungsinfrastrukturen durch Zusammenarbeit eine größere wissenschaftliche und technologische Wirkung erzielen können als im Alleingang.“
Das gemeinsame Ziel geht über die reine Softwareentwicklung hinaus. DESY und die ESRF wollen ein europäisches Ökosystem fördern, in dem Forschungseinrichtungen gemeinsam Lösungen entwickeln, einsetzen, warten und kontinuierlich verbessern können. Mit der Bündelung ihres Fachwissens und einer Koordination der Entwicklungsbemühungen mit anderen Forschungszentren in ganz Europa wollen sie die erforderliche kritische Masse schaffen, um Innovationen zu beschleunigen und die langfristige Nachhaltigkeit wichtiger Softwareplattformen zu stärken. Durch die Förderung einer breiteren Nutzung, der Interoperabilität und ganzheitlichen Lösungen wollen sie Fragmentierung verringern, Effizienz steigern und sicherstellen, dass strategische Softwarekapazitäten langfristig nachhaltig und für die wissenschaftliche Gemeinschaft zugänglich bleiben.
Die Zusammenarbeit wird sich auf mehrere strategische Bereiche konzentrieren, darunter:
- Steuerungssysteme für Strahlführungen, einschließlich der BLISS-Softwareumgebung („BeamLine Instrumentation Support Software“)
- Infrastrukturen für Datenerfassung, -verarbeitung, -analyse und -auswahl
- Technologien für wissenschaftliches Rechnen und Datenmanagement
- Gemeinsame Softwareentwicklungsaktivitäten, Schulungen und Wissensaustausch
Stärkung der wissenschaftlichen Kapazitäten Europas durch Zusammenarbeit
Während Europa zwei der weltweit fortschrittlichsten Synchrotronforschungsanlagen der vierten Generation betreibt bzw. entwickelt – ESRF-EBS und PETRA IV bei DESY –, zeigt die Zusammenarbeit zwischen der ESRF und DESY, wie sich komplementäre Forschungsinfrastrukturen durch Zusammenarbeit eine größere Wirkung erzielen können. Die Vereinbarung basiert auf der gemeinsamen Vision, dass strategische Softwarekapazitäten gemeinsam entwickelt, langfristig aufrechterhalten und zum Nutzen der gesamten Photon Science-Community zur Verfügung gestellt werden sollten.
Durch die Schaffung der Grundlagen für ein gemeinsames Software-Ökosystem wollen die ESRF und DESY eine stärker integrierte europäische Forschungslandschaft durch interoperable Werkzeuge, gemeinsamen Fachwissen und effizientere Dienste fördern. Damit wollen sie wissenschaftliche Entdeckungen beschleunigen, Innovationen unterstützen und Europas Fähigkeit stärken, die digitalen Technologien zu entwickeln und aufrechtzuerhalten, die für weltweit führende Forschung unerlässlich sind.
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