Feierliche Eröffnung der neuen KI-Reha-Labore

Der Chef der Staatskanzlei, Dirk Schrödter, hat ein spezielles Laufband und ein Robotersystem getestet

Für gesunde Menschen sind Bewegungen wie das Aufstehen oder Laufen alltäglich und passieren beiläufig. Werden diese tatsächlich komplexen Bewegungsabläufe jedoch durch einen Unfall oder eine Krankheit gestört, sind präzise Messungen der Bewegungsabläufe zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Individuell anpassbare Therapiegeräte begünstigen dabei die zielgerichtete Umsetzung der Therapie. Zu diesem Zweck wurden an der Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte und Zellbasierte Medizintechnik, IMTE in Lübeck zwei Forschungslabore eingerichtet.

Der Chef der Staatskanzlei, Dirk Schrödter, hat die neuen Forschungslabore zur KI-unterstützten Bewegungsanalyse und -therapie (KIBA) am Fraunhofer IMTE in Lübeck eröffnet - und direkt getestet. (Foto: Sandy Bever / fraunhofer)
Der Chef der Staatskanzlei, Dirk Schrödter, hat die neuen Forschungslabore zur KI-unterstützten Bewegungsanalyse und -therapie (KIBA) am Fraunhofer IMTE in Lübeck eröffnet – und direkt getestet. (Foto: Sandy Bever / fraunhofer)

"Die Labore ermöglichen eine völlig neue Kombination der Analyse von Bewegungen als Grundlage für effiziente Therapieansätze", sagt Prof. Dr. Kerstin Lüdtke, Professorin für Physiotherapie an der Universität zu Lübeck und Co-Leiterin der KIBA-Labore.

Analyse und Therapie im Fokus

Eines der Labore verfügt dazu über ein Perturbationslaufband, das Zweite wurde mit einem dreidimensionalen Seilroboter zur Körpergewichtsentlastung ausgestattet. Beide Systeme interagieren in einer virtuellen Realität und ermöglichen die automatisierte Bewegungserfassung mittels spezieller Kamerasysteme. Daraus abgeleitete, digitale Figurenmodelle können anschließend mittels Künstlicher Intelligenz ausgewertet und analysiert werden. Beide Labore erfüllen somit den Anspruch, eine hoch technologisierte Rehabilitationsumgebung mit speziellem Fokus auf die Analyse und Therapie des Ganges zu schaffen.

Diese im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft 2014-2020 mit Mitteln der Förderinitiative REACT-EU des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit ca. 1,3 Mio. EUR geförderte Forschungsinfrastruktur adressiert mehrere zentrale Forschungsthemen der Universität zu Lübeck, der Technischen Hochschule Lübeck, des Fraunhofer IMTE, des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), sowie - allen voran - des UKSH am Campus Lübeck.

Im Mittelpunkt stehen dabei die intelligente Nutzung von Methoden der Künstlichen Intelligenz und der Robotik zur KI-unterstützten Bewegungsdiagnostik und Therapieoptimierung. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich der sensorbasierten Bewegungsanalyse können auf Basis dieser Infrastruktur neuste Erkenntnisse noch schneller erprobt und in die klinische Praxis überführt werden.

Vernetzung stärken

Prof. Dr. Marcin Grzegorzek, Leiter des Geschäftsfeldes Rehabilitation am Fraunhofer IMTE und KI-Professor an der Universität zu Lübeck sowie Co-Leiter der KIBA-Labore, sieht in der modernen Infrastruktur eine "Plattform zur Intensivierung der interdisziplinären Forschung an der Schnittstelle zwischen der Rehabilitation, KI und Robotik, welche die Vernetzung der Einrichtungen am Campus Lübeck untereinander, aber auch mit der Industrie in Schleswig-Holstein, wesentlich stärken wird."

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