Hirntumore präziser entfernen

BMBF-Förderung für neues Diagnostik-Verfahren

Die noch präzisere und sicherere Entfernung von Hirntumoren ist Ziel des Projekts „OCT-AirJet“ der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der DATIpilot-Innovationssprints mit 147.500 Euro gefördert.

DATIpilot Roadshow, Pitch in Rostock, Dr. Matteo Mario Bonsanto (l.) und Isabelle Skambath (3. v. l.) aus der Klinik für Neurochirurgie des UKSH. (Foto: BMBF)
DATIpilot Roadshow, Pitch in Rostock, Dr. Matteo Mario Bonsanto (l.) und Isabelle Skambath (3. v. l.) aus der Klinik für Neurochirurgie des UKSH. (Foto: BMBF)

Kooperierend beteiligt sind das Institut für Biomedizinische Optik der Universität zu Lübeck und das Medizinische Laserzentrum Lübeck, die das OCT-AirJet-System entwickelt haben. „Die Förderung ermöglicht es uns, dieses weltweit einmalige Messsystem klinisch zu erproben“, sagt Dr. Matteo Mario Bonsanto, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie.

Die optische Kohärenztomografie (optical coherence tomography, OCT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Lichtwellen eine bis zu drei Millimeter tiefe Struktur von Geweben in zwei- und dreidimensionalen Aufnahmen sichtbar machen kann. Während einer Operation können OCT-basierte Messungen zur Unterscheidung von gesundem Gewebe und Tumorgewebe eingesetzt werden. Die Grundlage des Projekts basiert darauf, dass sich Tumoren und gesunde Hirngewebe oft in ihrer Festigkeit unterscheiden. Idee des OCT-AirJet-Projekts ist es, die Oberfläche von Gewebe und Tumoren mit einem sterilen Luftimpuls (AirJet) kurzzeitig im Mikrometer-Bereich einzudrücken. Die dabei entstehende Verformung kann mithilfe der OCT-Bildgebung kontaktfrei und tiefenaufgelöst erfasst, hinsichtlich der Gewebeelastizität analysiert und so das Gewebe als gesund oder krank eingeordnet werden.

„Die Ergebnisse dieser Messungen tragen dazu bei, den Tumor besser zu lokalisieren und die Grenzen des Tumors zum gesunden Gehirngewebe aufzuzeigen, damit er vollständiger und genauer entfernt werden kann“, sagt Dr. Bonsanto.

Mit der Förderrichtlinie DATIpilot will das BMBF unter anderem den Transfer von Wissen aus der Forschung in die Anwendung vorantreiben und wichtige Erkenntnisse für die Innovationsförderung und den Aufbau der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI) gewinnen. „OCT-AirJet“ wurde als eines von 150 förderwürdigen Projekten aus 3.000 Anträgen ausgewählt.

Weitere News

Die Forschenden von UKSH und Uni (von links nach rechts): Dr. Kim Honselmann, Dr. Cassandra Lill, Thorben Sauer, Prof. Timo Gemoll, Prof. Ruth Deck, Dr. Eva Dazert-Klebsattel, Prof. Roman Klöckner und Prof. Nikolas von Bubnoff.
Die Forschenden von UKSH und Uni (von links nach rechts): Dr. Kim Honselmann, Dr. Cassandra Lill, Thorben Sauer, Prof. Timo Gemoll, Prof. Ruth Deck, Dr. Eva Dazert-Klebsattel, Prof. Roman Klöckner und Prof. Nikolas von Bubnoff. Es fehlen: Prof. Tobias Keck und Dr. Louisa Bolm (Foto: Elena Vogt / Uni Lübeck)

Neue Wege zur Risikobewertung von Zysten der Bauchspeicheldrüse

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der tödlichsten Krebsarten mit sehr schlechten Überlebenschancen. Die einzige Möglichkeit der Heilung ist eine frühzeitige Operation. Zystische Veränderungen in der Bauchspeicheldrüse, auch ...

Weiterlesen …
Digitalisierungsminister Dirk Schrödter überreichte die Förderbescheide.
Ralf Bruder, Institut für Robotik und Kognitive Systeme der Universität zu Lübeck, Prof. Dr. Ibrahim Alkatout, Kurt-Semm-Zentrum und Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des UKSH, Campus Kiel, Digitalisierungsminister Dirk Schrödter, Henrik Guschov, Vater Solution GmbH, und Prof. Dr. Kevin Köser, Institut für Informatik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (v. l.) (Bild: UKSH)

Digitaler Superzwilling

Die Entwicklung eines „digitalen Superzwillings“ als Grundlage für Innovationen in der roboterassistierten Chirurgie ist Ziel des Forschungsprojekts TWIN-WIN eines Konsortiums um das Kurt-Semm-Zentrum des Universitätsklinikums ...

Weiterlesen …
Das UCCSH des UKSH ist der Zusammenschluss aller onkologisch tätigen Einrichtungen des UKSH mit den Standorten Kiel und Lübeck. Teil des UCCSH ist das Karl-Lennert-Krebscentrum an der Feldstraße in Kiel.
Das UCCSH des UKSH ist der Zusammenschluss aller onkologisch tätigen Einrichtungen des UKSH mit den Standorten Kiel und Lübeck. Teil des UCCSH ist das Karl-Lennert-Krebscentrum an der Feldstraße in Kiel. (Bild: ©UKSH)

UCCSH erhält Förderung Forschung und Zusammenarbeit

Die Landesregierung Schleswig-Holstein fördert nachhaltig die Versorgung krebserkrankter Menschen mit 600.000 Euro. Damit die Exzellenz des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in ...

Weiterlesen …