Machbarkeitsstudie veröffentlicht
Eine Machbarkeitsstudie im Gewerbepark Allermöhe zeigt, unter welchen Voraussetzungen Energy Sharing wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Beauftragt wurde die Studie im Rahmen des Projekts KLIMAready, in dem sieben Hamburger Cluster, darunter Life Science Nord, gemeinsam Lösungen für die klimafreundliche Transformation der Wirtschaft entwickeln.
Ausgangspunkt der Studie war die erste Cluster-Brücke von KLIMAready. Gemeinsam mit dem Projektteam entwickelten die Hamburger Niederlassung von Buderus sowie Dachser, Gebr. Heinemann und MARX aus dem Gewerbepark Allermöhe die Idee, lokal erzeugten erneuerbaren Strom künftig stärker gemeinschaftlich zu nutzen. Um die Umsetzbarkeit dieses Ansatzes fundiert zu bewerten, beauftragte Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) und das Projekt KLIMAready die Bürgerenergie Bille eG mit einer Machbarkeitsstudie. Unter dem Titel „Pilotvorhaben im Gewerbepark Allermöhe – Energy-Sharing-Konzepte für eine kooperative Energietransformation“ wurden verschiedene Szenarien für eine gemeinsame Energieversorgung untersucht – zunächst für die vier beteiligten Unternehmen und anschließend skaliert auf den gesamten Gewerbepark.
Energy Sharing ergänzt individuelle Klimaschutzmaßnahmen
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist: Individuelle Klimaschutzmaßnahmen wie Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen oder die Elektrifizierung von Mobilität bleiben für Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Energietransformation. Energy Sharing kann darüber hinaus zusätzliche wirtschaftliche Potenziale erschließen und die Amortisationszeiten von Investitionen in die Energietransformation verringern.
Größe und Vielfalt machen den Unterschied
Die Analyse zeigt außerdem, dass der Erfolg von Energy Sharing maßgeblich von der Größe und Zusammensetzung einer Energy-Sharing-Community abhängt. Je mehr Unternehmen mit unterschiedlichen Lastprofilen zusammenarbeiten, desto häufiger fallen Stromerzeugung und -verbrauch zeitlich zusammen. Dadurch steigt die Menge des gemeinsam nutzbaren Stroms und die wirtschaftlichen Vorteile nehmen zu. Zusätzliche Potenziale ergeben sich perspektivisch durch die Einbindung weiterer erneuerbarer Erzeugungsanlagen wie Windkraft oder Freiflächen-Photovoltaik. Auch das Einbeziehen von Mitarbeitenden in ein Energy Sharing Modell kann Mehrwerte für Unternehmen schaffen.
Dienstleistermodell bietet die besten Voraussetzungen
Im Rahmen der Untersuchung wurden verschiedene Modelle des Energy Sharing bewertet. Unter den heutigen Rahmenbedingungen gelten physikalische Direktstromverbindungen als rechtlich und wirtschaftlich schwer umsetzbar und kommen daher nicht in Frage. Auch Teilversorgungsmodelle nach dem vieldiskutierten „Energy Sharing Paragraf“ 42c aus dem Energiewirtschaftsgesetz bieten sich nicht an, da Großunternehmen ausgeschlossen sind und die Umsetzung durch eine Mitteilung der Bundesnetzagentur aktuell unklar ist. Somit bietet gegenwärtig nur ein bilanzielles Energy Sharing über das sogenannte Dienstleistermodell die Voraussetzungen für eine praktische Umsetzung im Gewerbegebiet Allermöhe.
Erkenntnisse für die weitere Projektarbeit
Mit der Machbarkeitsstudie ist ein wichtiger Meilenstein der ersten Cluster-Brücke erreicht. Die Ergebnisse fließen in die weitere Projektarbeit von KLIMAready ein und bieten zugleich Orientierung für andere Unternehmen und Gewerbegebiete, die gemeinschaftliche Ansätze für die Energietransformation prüfen und an Energy Sharing interessiert sind. Damit leistet das Projekt KLIMAready einen Beitrag dazu, praxisnahe Erkenntnisse sichtbar zu machen und den Wissenstransfer für eine klimafreundliche Transformation der Wirtschaft zu stärken.
Downloads
Die vollständige Machbarkeitsstudie sowie eine Zusammenfassung der Studienergebnisse stehen ab sofort zum Download bereit.
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