UKE und UKSH gemeinsam als Onkologische Spitzenzentren ausgezeichnet

Deutsche Krebshilfe fördert das neue norddeutsche Konsortium mit 4,8 Millionen Euro

Die Deutsche Krebshilfe hat das Universitäre Cancer Center Schleswig-Holstein (UCCSH) und das Universitäre Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg) nach einer umfangreichen Begutachtung durch ein internationales Expertengremium als Onkologische Spitzenzentren (CCC = Comprehensive Cancer Center) anerkannt. Die beiden Zentren bilden ein Konsortium, das CCC Nord, um die Zusammenarbeit in der Krebsforschung und -versorgung im Norden weiter zu stärken. Verbunden mit der Auszeichnung ist eine Gesamtförderung des neuen CCC Nord von 4,8 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre.

Die Mitglieder des UCCSH und des UCC Hamburg freuen sich gemeinsam über die Auszeichnung. Künftig bilden die beiden Zentren als Konsortium das CCC Nord. (Foto: UKSH)
Die Mitglieder des UCCSH und des UCC Hamburg freuen sich gemeinsam über die Auszeichnung. Künftig bilden die beiden Zentren als Konsortium das CCC Nord. Ziel ist die Zusammenarbeit in der Krebsforschung und -versorgung im Norden weiter zu stärken. (Foto: UKSH)

„Die Krebsversorgung und -forschung hat sowohl am UKSH als auch am UKE höchste Priorität. Angesichts der starken politischen Unterstützung sowohl durch das Land Schleswig-Holstein als auch durch die Freie und Hansestadt Hamburg sind wir sehr dankbar für die Möglichkeit, dass wir als Universitätskliniken die gemeinsame Entwicklung der beiden Cancer Center voranbringen konnten. Wir sind überzeugt, dass das neue Konsortium in besonderem Maße geeignet ist, allen Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen bei uns im Norden eine hervorragende Versorgung und auch die wichtigen Innovationen in der Krebsmedizin anbieten zu können“, erklären Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, und Prof. Dr. Christian Gerloff, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE, gemeinsam.

„Dies ist eine fantastische Nachricht für die Menschen in Norddeutschland, dass wir mit unserer gemeinsamen Expertise im CCC Nord ab sofort einen Mehrwert schaffen können. Wir haben bereits sehr viel dafür getan, die Aktivitäten der beiden Krebszentren in Hamburg und Schleswig-Holstein intensiv zu vernetzen, so zum Beispiel gemeinsame klinische Studien auf den Weg gebracht, unsere klinischen Standardprozesse aneinander angeglichen, gemeinsame Forschungsprojekte initiiert und Ergebnisse zusammen publiziert. Einen besonderen Schwerpunkt setzten wir auf die rasche Umsetzung von innovativen Therapien in klinischen Studien. Darüber hinaus haben wir unsere Outreach-Aktivitäten mit unseren regionalen Partnern gebündelt und binden zudem ganz aktiv Patientinnen und Patienten in diese Entwicklung als Beraterinnen und Berater und Partnerinnen und Partnern mit ein. Wir werden dies nun noch weiter stärken und voranbringen“, sagt Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Direktor des UCC Hamburg und Sprecher des Gesamtkonsortiums CCC Nord.

„Unsere beiden Cancer Center führen zwei Zentren der Maximalversorgung in einem Konsortium zusammen – wir diagnostizieren jedes Jahr jeweils rund 7.000 Krebspatientinnen und -patienten neu und versorgen sie in zertifizierten Organkrebszentren interdisziplinär auf Basis der aktuellsten Leitlinien. Gemeinsam entwickeln wir die Krebsversorgung konsequent weiter – von der Prävention über die personalisierte Behandlung bis hin zur Nachsorge und zum Leben nach einer Krebserkrankung. Unsere Patientinnen und Patienten sind aktive Partnerinnen und Partner, deren Perspektive unsere Arbeit maßgeblich mitgestaltet. Unser gemeinsames Ziel ist es, allen Menschen in Norddeutschland unabhängig von ihrem Wohnort Zugang zu universitärer Spitzenmedizin auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Mit dem CCC Nord setzen wir jetzt gemeinsam die Segel als Konsortium unser beider Spitzenzentren“, sagt Prof. Dr. Anne Letsch, Vorständin des UCCSH und stellvertretende Sprecherin des Gesamtkonsortiums CCC Nord.

Aus UCC Hamburg und UCCSH wird Comprehensive Cancer Center Nord (CCC Nord)

Das UCC Hamburg umfasst alle in der Krebsmedizin und -forschung tätigen Abteilungen und Institutionen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie ein vielfältiges Netzwerk weiterer Partner in der Metropolregion Hamburg; es wird bereits seit 2009 von der Deutschen Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum gefördert. In den vergangenen fünf Jahren wurden in enger Zusammenarbeit mit dem UCC Hamburg auch am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) an den Standorten Kiel und Lübeck die Voraussetzungen für die Anerkennung als Onkologisches Spitzenzentrum geschaffen. Nach erfolgreicher Begutachtung bilden das UCC Hamburg und das UCCSH nun ein norddeutsches Kompetenznetzwerk für die Krebsmedizin und -forschung, das seine intensive Zusammenarbeit als Konsortium unter dem Titel Comprehensive Cancer Center Nord, kurz CCC Nord, weiter vertieft.

Im UCCSH arbeiten die Expertinnen und Experten aller Einrichtungen des UKSH und der Universitäten in Kiel und Lübeck zusammen, die an der onkologischen Versorgung und Forschung beteiligt sind. Als führendes überregionales Krebszentrum in Schleswig-Holstein und darüber hinaus bietet es für Krebspatient:innen eine interdisziplinäre Versorgung auf höchstem Niveau. Das UCCSH wurde erstmals als CCC ausgezeichnet.

Das neue Konsortium CCC Nord mit seinen rund 80 Netzwerkpartnerinnen und -partnern wird ein Einzugsgebiet mit sieben bis acht Millionen Einwohnern versorgen. Dies entspricht nahezu zehn Prozent der deutschen Bevölkerung. Das CCC Nord kann damit als bundesländerübergreifendes Konsortium die Zusammenarbeit im Norden nachhaltig stärken.

Onkologische Spitzenzentren in Deutschland

„Mit den von ihr initiierten und geförderten Comprehensive Cancer Center hat die Deutsche Krebshilfe ein europaweit einzigartiges Netzwerk der onkologischen Spitzenmedizin geschaffen. Die stetige Weiterentwicklung der Zentren bringt uns dem Ziel immer näher, dass alle Menschen mit Krebs in Deutschland von der Expertise der Spitzenzentren profitieren – unabhängig davon, wo sie behandelt werden. Dafür tragen die CCCs ihr Wissen und ihre Innovationen in die jeweiligen Regionen und stärken so die Krebsversorgung auch an anderen Kliniken und Facharztpraxen“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe.

Mit der Förderung von Onkologischen Spitzenzentren (CCC) in Deutschland sichert die Deutsche Krebshilfe eine exzellente interdisziplinäre Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten und bringt die Weiterentwicklung der Krebsmedizin voran. Neben der Versorgung der Patientinnen unde Patienten haben die CCCs die Aufgabe, Versorgungsstrukturen und -abläufe weiterzuentwickeln, mit umliegenden Krankenhäusern und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten eng zu kooperieren sowie die Krebsforschung und -lehre durch innovative onkologische Konzepte auf internationalem Niveau zu stärken. Bundesweit hat die Deutsche Krebshilfe derzeit 14 Onkologische Spitzenzentren ernannt.

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