LABconnect-Auftakt: Was die Laborbranche bewegt

Auftakt in Kiel zeigt zentrale Themen und Bedarfe

Beim Auftakt von LABconnect am 1. September in Kiel kamen Akteure der Laborbranche zusammen. Im Austausch wurden zentrale Themen und Bedarfe sichtbar, aus denen bereits erste Formate entstehen.

LABconnect-Auftakt am 1. September in Kiel (Foto: Jan Konitzki)
Bei der Auftaktveranstaltung von LABconnect am 1. September in Kiel ging es um das Labor der Zukunft in Norddeutschland (Foto: Jan Konitzki).

Die Laborbranche in Norddeutschland ist breit aufgestellt: von Routine-Laboren über Hersteller von Kits, Diagnostika und Laborbedarf bis hin zu Herstellern von Laborautomation und Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen mit Laborbetrieb. Viele davon waren beim Auftaktevent des Projekts LABconnect dabei. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Themen die Branche auf dem Weg zum Labor der Zukunft aktuell beschäftigen. Dabei wurden mehrere zentrale Themenfelder deutlich.

Zentrale Themen: Regulatorik, Automatisierung & Digitalisierung, Interoperabilität

In der Arbeit in Kleingruppen an verschiedenen Themenwänden nahmen Regulatorik, Automatisierung und Digitalisierung sowie Interoperabilität besonders viel Raum ein. Auch die Akzeptanz von KI und die Verfügbarkeit von Daten waren wiederkehrende Themen.

Bei der Regulatorik ging es unter anderem um IVDR, MDR, AI Act, GMP und die Betreiberverordnung. Hier bestehen Anknüpfungspunkte zum Arbeitskreis Regulatory Affairs von Life Science Nord. Wie diese Synergien am sinnvollsten genutzt werden können – etwa durch gegenseitige Einladung zu Treffen sowie gemeinsame Themengestaltung -, wird aktuell geklärt.

In Bezug auf Automatisierung und Digitalisierung wurden unter anderem die Einführung neuer Systeme und die Gestaltung von Workflows diskutiert. Bei Interoperabilität fokussierte sich der Austausch auf das Zusammenspiel verschiedener Systeme und die Verfügbarkeit von Daten.

LABautomation Community als erstes Format

Für das Thema Laborautomation besteht großes Interesse an einem regelmäßigen Austausch. LABconnect greift diesen Bedarf auf und bringt mit der Northern Germany LABautomation Community ein erstes Austauschformat auf den Weg. Die Community soll künftig zweimal jährlich zusammenkommen. Das erste Treffen ist für den 12. November 2026 geplant.
Auf der Agenda stehen unter anderem das vernetzte Labor, AI-Readiness und der Weg von Pilotprojekten in den Workflow. Auch das Zusammenspiel von Mensch und Automation, Praxisfälle sowie Fragen zu Compliance, Qualität und Big Data sollen Raum bekommen.

Weitere Austauschformate im Blick

Die Northern Germany LABautomation Community ist dabei nur ein erster Schritt. Darüber hinaus besteht der Wunsch nach weiteren Austauschformaten, die einen direkten Einblick in die Praxis ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise Besuche bei relevanten Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Norddeutschland sowie kleinere Austauschrunden zu konkreten Fragestellungen.

Fachkräfte als wiederkehrendes Thema

Neben den technologischen und regulatorischen Fragen spielte auch das Thema Fachkräfte eine wichtige Rolle. Gerade in den Bereichen KI, IT und Workflows fehlen aus Sicht der Beteiligten derzeit passende Aus- und Weiterbildungsangebote. Denn neue Technologien verändern die Anforderungen an die Mitarbeitenden im Labor.
Bei der Einführung neuer Systeme liegt deshalb eine zentrale Herausforderung in der Qualifizierung der Fachkräfte. Als weitere Punkte wurden die Abhängigkeit von Herstellern und die anfänglichen Schwierigkeiten genannt, neue Systeme nach der Einführung in die Routine zu überführen.

Blick in andere Länder

Auch der Wunsch nach internationalem Austausch wurde deutlich. Denkbar sind unter anderem Lab-to-Lab-Besuche, der Austausch mit relevanten Laboren und Unternehmen sowie Best-Practice-Beispiele aus anderen Ländern. Darüber hinaus besteht Interesse an einem Austausch zu Fachkräftethemen und an Erfahrungen aus Regionen mit weniger regulierten Rahmenbedingungen.

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