Land fördert Aufbau eines Nanotechnologie-Netzwerks mit 515.000 Euro

Sie beschäftigen sich mit Materialien, die 50.000 Mal kleiner sind als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Und sie bringen dennoch Großes damit hervor. Ohne Nanotechnologen und -technologien gäbe es weder lebensrettende Gefäßstützen (Stents) in der Medizintechnik noch umweltfreundliche Beschichtungen für Schiffsrümpfe oder zuverlässige Energiespeicher. Damit diese Schlüsseltechnologien in Schleswig-Holstein weiter wachsen und ihre Experten von Wissensträgern anderer Schlüsseltechnologien lernen können, fördert das Land den Aufbau eines "Innovativen Netzwerks Nanotechnologie". Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz übergab dazu heute (6. Juni) in Kiel an den Vorstandsvorsitzenden des Vereins "Norddeutsche Initiative Nanotechnologie" (NINa), Prof. Dr. Franz Faupel, einen Förderbescheid über 515.000 Euro. Das Geld stammt aus dem Landesprogramm Wirtschaft. Faupel, Professor für Materialverbunde an der Kieler Christian-Albrecht-Universität (CAU), zeigte sich erfreut über die Unterstützung des insgesamt rund 700.000 Euro teuren Projekts: "Wir sind dankbar für diese Hilfe. Die Nanotechnologie ist als Querschnittstechnologie auch für Schleswig-Holstein von enormer Bedeutung. Wir haben jetzt die Möglichkeit, den Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft weiter voranzutreiben und unser Nanotechnologienetzwerk bis in den gesamten Ostseeraum auszubauen. Dies geschieht zur Stärkung der Innovationskraft bereits bestehender heimischer Unternehmen und bietet gleichzeitig Potenzial für neue Gründungen in Schleswig-Holstein." Auch Buchholz erinnerte an das breite Anwendungspotenzial der Nanotechnologie: "Ob in unserer maritimen Wirtschaft, den Lebenswissenschaften, auf dem Feld der erneuerbaren Energien oder in der Ernährungswirtschaft: Hier steckt großes Potenzial für Innovationen und damit für die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze im Land." Auch die Wissenschaftslandschaft sei in diesem Bereich gut aufgestellt, sagte Buchholz mit Blick auf das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe sowie eine wachsende Anzahl von Unternehmen im neu gegründeten Verein "Norddeutsche Initiative Nanotechnologie Schleswig Holstein e.V.". Besonders erfreut zeigte sich der Minister über zwei gelungene Ausgründungen aus der CAU, die Acquandas GmbH und Phi-Stone AG. "Davon brauchen wir mehr", so Buchholz. Die Kieler Acquandas GmbH hat sich auf die Entwicklung einer neuen Generation von metallischen Bauteilen spezialisiert, die sowohl in der Gesundheitsbranche als auch in der Automobil- oder Unterhaltungselektronik-Industrie Anwendung finden. Die ebenfalls in Kiel ansässige Phi-Stone AG beschäftigt sich unter anderem mit der Weiterentwicklung so genannter funktionaler Polymer-Komposit Werkstoffe, etwa als Schichtsystem für maritime Anwendungen, sowie mit der Entwicklung spezieller Verbindungstechniken für bestimmte Legierungen, etwa auf der Basis von Aluminium und Titan. Für dieses Jahr peilt die Phi-Stone AG die Inbetriebnahme einer Wirkstoffherstellung tetrapodalen Zinkoxids für die medizinische Anwendung an. Pressemitteilung des Landes Schleswig-Holstein vom 06.06.18

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