#LifeScienceTour zu Gast bei Philips

Hightech-Medizingeräte „made in Hamburg“

Am 16. Juli jährte sich der Starttag der Apollo-11-Mission bereits zum 57. Mal. Die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins waren während ihrer etwas mehr als acht Tage dauernden Mission zwei extremen Beschleunigungsphasen ausgesetzt. So mussten sie beim Start etwa 4 G und beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre maximal 6 G an Belastungen aushalten.

#LifeScienceTour zu Gast bei Philips (v.l.): Jan P. Denkers (LSN), Oliver Schacht (LSN), Franziska Mönig (BWAI), Mikko Vasama (Philips), Dr. Christopher Schwieger (BWAI), Dieter Dude (Philips) und Volker Eckert (Philips).
#LifeScienceTour zu Gast bei Philips (v.l.): Jan P. Denkers (LSN), Oliver Schacht (LSN), Franziska Mönig (BWAI), Mikko Vasama (Philips), Dr. Christopher Schwieger (BWAI), Dieter Dude (Philips) und Volker Eckert (Philips).

Beschleunigungswerte, über die die Bauteile in einem CT-Scanner von Philips nur müde lächeln können. Denn bereits bei Rotationsgeschwindigkeiten von über 220 Umdrehungen pro Minute entstehen deutlich höhere Fliehkräfte. Im Normalbetrieb, Tag für Tag.

Damit die Patientensicherheit zu jeder Zeit gewährleistet ist, müssen alle Bauteile Überlasttests bestehen. Die Geräte werden mit der bis zu 4-fachen Rotationsgeschwindigkeit getestet. Dabei erreichen die rotierenden Teile G-Kräfte von über 30 – und das bei Gewichten von über einer Tonne.

Und das ist nur einer von zahlreichen Einblicken, die Dr. Christopher Schwieger, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation, beim Vor-Ort-Besuch zusammen mit Oliver Schacht, Geschäftsführer von Life Science Nord, bei Philips in der Röntgenstraße erhielt.

Ein Standort mit großer Geschichte

„Als Industriekoordinator des Senats ist es mir ein großes Anliegen, das industrielle Herz unserer Stadt sprichwörtlich von innen her kennenzulernen. Das Unternehmen Philips, mit seiner bereits fast 100-jährigen Geschichte in Hamburg, war mir natürlich grundsätzlich bekannt“, berichtet Dr. Schwieger beim Besuch und führt aus: „Aber die vielen Aspekte der Entwicklung, Fertigung und Nachhaltigkeitsinitiativen, die hier im Norden Hamburgs umgesetzt werden, sind in ihrer Gesamtheit sehr beeindruckend.“
Zurückgehend auf die Entwicklung der ersten Röntgenröhren in Hamburg durch Carl Heinrich Florenz Müller, genannt „Röntgenmüller“, und die Übernahme seiner Firma durch Philips im Jahr 1927, gehört die Entwicklung und Produktion von Hightech-Medizintechnik zur Hamburger Industrielandschaft.

Blick fest in die Zukunft gerichtet

Dass eine große Geschichte nicht zu Innovationsmüdigkeit führt, hat Philips in jüngerer Vergangenheit eindrucksvoll mit dem weltweit ersten MRT-Gerät gezeigt, das nahezu komplett ohne Helium auskommt. „Helium ist ein teures Gut, das auf dem Weltmarkt immer knapper wird“, erläutert Mikko Vasama, Vorsitzender der Geschäftsführung Philips Health Systems, Philips GmbH Market DACH. „Ein heliumfreies MRT benötigt anstelle der sonst üblichen rund 1.500 Liter flüssigen Kühlheliums nur noch eine versiegelte Minimalmenge von lediglich sieben Litern. Das spart Betriebskosten, macht den Scanner unempfindlicher gegenüber Heliumknappheit und stellt so die Versorgungssicherheit lebenswichtiger bildgebender Verfahren sicher“, so Vasama.

Circular Economy? Seit Jahrzehnten fest verankert

Das „Prinzip Design for Remanufacturing“ ist im Produktlebenszyklus des Hamburger Philips-Werks seit mehr als 30 Jahren fest verankert. Im weltweit einzigartigen RAPID-Center (Returns Analysis Parts Harvesting Improvement Data Collection) werden in der sogenannten Rückwärtsproduktion aus retournierten Produkten, wie z. B. Röntgenröhren, hochwertige Komponenten zurückgewonnen. „Diese können wir als Neuteile in den Produktlebenszyklus integrieren. Und alle Komponenten erfüllen nicht nur sondern übertreffen in ihrer Performance sogar teilweise die Anforderungen der Initialkomponenten,“, erläutert Dieter Dude, scheidender Geschäftsführer und Plant Manager Philips Medical Systems DMC GmbH, Werk Hamburg.

Ein Leuchtturm der industriellen Gesundheitswirtschaft im Norden

„Auch wenn wir seit vielen Jahren einen auf unterschiedlichen, persönlichen Ebenen engen Austausch mit unserem LSN-Goldmitglied Philips pflegen, bin auch ich bei jedem meiner Besuche vor Ort aufs Neue erstaunt, was hier am Standort entsteht, und mit großem Engagement vorangebracht wird“, freut sich Oliver Schacht und unterstreicht: „Die Röntgenstraße hat, passend zur Technologie, eine großartige Strahlkraft für uns als starke Region der industriellen Gesundheitswirtschaft.“

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