LSN: Neuer Ökonomischer Fußabdruck veröffentlicht

Life-Science-Sektor in Hamburg und Schleswig-Holstein: Bruttowertschöpfung und Beschäftigtenzahlen steigen weiter!

Bereits zum vierten Mal hat das unabhängige Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR Kennzahlen zur Wirtschaftskraft des Clusters Life Science Nord erhoben. Die Daten für das Jahr 2021 zur industriellen Gesundheitswirtschaft wurden jetzt gemeinsam mit politischen Vertreterinnen und Vertretern vorgestellt. Kurz zusammengefasst: Die Gesamtentwicklung ist weiter positiv!

Staatssekretärin Julia Carstens (Mitte) ordnete gemeinsam mit Staatsrat Andreas Rieckhof (li.) und Dr. Jürgen Walkenhorst die akteuellen wirtschaftlichen Kennzahlen bei der Präsentation im Kaispeicher B ein.
Staatssekretärin Julia Carstens (Mitte) ordnete gemeinsam mit Staatsrat Andreas Rieckhof (li.) und Dr. Jürgen Walkenhorst die akteuellen wirtschaftlichen Kennzahlen bei der Präsentation im Kaispeicher B ein. (Bild: Jörg Müller)

Die Studie mit dem Titel „Der ökonomische Fußabdruck der industriellen Gesundheitswirtschaft in Hamburg und Schleswig-Holstein“ wurde im Auftrag von Life Science Nord von WifOR erstmals für das Jahr 2014 durchgeführt und nach den Jahren 2016 und 2018 jetzt für das Jahr 2021 aktualisiert. Die Kennzahlen, aber vor allem auch künftige Herausforderungen der Branche, präsentierte WifOR gemeinsam mit Julia Carstens, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein, Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Innovation (BWI) der Freien und Hansestadt Hamburg, sowie Dr. Jürgen Walkenhorst, Geschäftsführer der Life Science Nord Management GmbH (LSN), vor über 100 Branchenakteuren und Pressevertretern im Hamburger Kaispeicher B.

Positive Entwicklung bei Erwerbstätigenzahl und Bruttowertschöpfung

„Insbesondere nach den Pandemiejahren waren wir gespannt auf die Studienergebnisse. Und ich freue mich zusammenfassend sagen zu können: Die erhobenen Daten werfen ein sehr gutes Licht auf unser Cluster!“, unterstrich Dr. Jürgen Walkenhorst und führte aus: „Ein Plus von fast 700 Millionen Euro bei der Bruttowertschöpfung von 2018 bis 2021 und rund 1.900 Beschäftigte mehr im gleichen Zeitraum zeigen, dass sich der Sektor der industriellen Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg trotz enormer Herausforderungen positiv entwickelt. Diese Entwicklung gilt es jetzt weiter zu fördern.“

Politik: Rahmenbedingungen verbessern, um weiteres Wachstum zu ermöglichen

„Der Blick auf die steigende Bruttowertschöpfung je Einwohner, die in der industriellen Gesundheitswirtschaft im LSN-Cluster erzielt wird, macht deutlich, dass Der Life-Science-Sektor an gesamtwirtschaftlicher Bedeutung zunimmt. Im Länderranking konnte sich die Clusterregion im Vergleich zu 2012 von Rang 5 auf Rang 3 verbessern – der größte Sprung unter allen Bundesländern“, hob Staatssekretärin Julia Carstens hervor. Sie erinnerte allerdings auch daran, dass es sich um Daten aus 2021 handele und damit um Zahlen mitten aus der Corona-Pandemie. „Es gab Branchen, die deutlich schlechter dran waren als die Gesundheitswirtschaft, aber auch in der Gesundheitsbranche gab es nicht nur Gewinner – insofern waren auch hier die Wirtschaftshilfen ein wichtiger Stabilisator“, so Carstens. „Wir sind nun gefordert, die Bedingungen für weiteres Wachstum kontinuierlich zu verbessern. Dazu gehört auch der Ausbau der Forschungs- und Bildungslandschaft, etwa im Bereich des Zukunftsthema KI, das im Life-Science-Sektor bereits heute eine wichtige Rolle spielt.“

In die gleiche Richtung blickte Staatsrat Andreas Rieckhof bei der Präsentation des Ökonomischen Fußabdruck des LSN-Clusters: „Die Bedeutung der Medizintechnik, der Biotechnologie und der Pharmaindustrie in der Metropolregion ist erfreulicherweise weiter angestiegen. Die Branche ist ein immer wichtiger werdender Innovations- und Wachstumstreiber für Hamburg und Schleswig-Holstein.“

Kennzahlen sprechen eine deutliche Sprache

„Die aktuelle Studie konnte erneut auf einer seit 2017 verfügbaren, verbesserten Datenbasis durchgeführt werden“, erläuterte Dr. Sandra Zimmermann, Forschungsleiterin Internationale Sozialpolitik bei WifOR und verantwortlich für die aktuelle Studie, die Methodik zur Datenerhebung. „Die vergleichbaren Kennzahlen zur Gesundheitswirtschaft für alle 16 Bundesländer lassen noch präzisere Aussagen über die Wirtschaftskraft des Life Science Nord Clusters zu.“ Die Studienergebnisse machten vor allem die Ausstrahlwirkung des Clusters im Bereich der Erwerbstätigen deutlich: „Die mehr als 55.000 Erwerbstätigen im Life-Science-Sektor sichern weitere fast 16.800 Arbeitsplätze bei Vorleistern des Clusters und durch die Wiederverausgabung ihrer Einkommen zusätzlich rund 14.300 Arbeitsplätze in der Gesamtwirtschaft der Region. Somit liegt der Gesamterwerbstätigeneffekt in den beiden Bundesländern des Clusters bei insgesamt rund 86.000 Arbeitsplätzen.“

Methodik und Begriffe

Die Gesundheitswirtschaft ist eine der größten Branchen in Deutschland. Die industrielle Gesundheitswirtschaft (IGW) repräsentiert insbesondere den produzierenden Teil und stellt einen hochproduktiven Bereich innerhalb der gesamten Branche dar. Die IGW umfasst als Kern des Clusters die gesamte Branchenkette einschließlich Humanarzneiwaren, Medizintechnik, Körper-, Mund- und Zahnpflegeprodukte, Sport- und Fitnessgeräte, gesundheitsrelevante Informationsgeräte, Forschung und Entwicklung sowie E-Health. Die für das Cluster LSN erfolgte Definition umfasst auch den Großhandel, nicht aber den Einzelhandel.

Unter dem Begriff „ökonomischer Fußabdruck“ wird die gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Branchen oder Unternehmen anhand ökonomischer Kennzahlen wie zum Beispiel der Bruttowertschöpfung, der Anzahl der Erwerbstätigen oder des Exportvolumens verstanden.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR hat den etablierten Ansatz des „ökonomischen Fußabdrucks“ länderübergreifend auf Hamburg und Schleswig-Holstein angewendet und so im Jahr 2014 erstmals die enge wirtschaftliche Verflechtung der beiden Bundesländer dargestellt. Die Zahlen und Fakten der neu vorgestellten Studie basieren auf den aktuellen Ergebnissen der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) für Deutschland und die einzelnen Bundesländer. Gegenüber der vorherigen Datenbasis konnte damit auf eine detailliertere Grundlage zurückgegriffen sowie zusätzlicher Forschungsaufwand in die Weiterentwicklung des Modells investiert werden, wodurch genauere Aussagen zur Wirtschaftskraft des LSN Clusters möglich werden.

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