Robotik-Projekt der Klinik für Neurochirurgie, Campus Lübeck, mit 2,7 Millionen Euro gefördert
Hirntumoren noch präziser und sicherer entfernen: Das ist das Ziel eines neuen Verbundprojekts. Hochauflösende Live-Aufnahmen, künstliche Intelligenz und Robotik sollen die Erfolgschancen neurochirurgischer Eingriffe weiter erhöhen. Roboter sollen sogar erstmals eigenständig Tumorgewebe erkennen und entfernen.
An dem Projekt Robo-COP sind die Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, die Universität zu Lübeck und weitere Partner beteiligt. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über drei Jahre mit 2,7 Millionen Euro gefördert.
„Besonders bei aggressiven Hirntumoren wie dem Glioblastom ist eine möglichst vollständige Entfernung des Tumors entscheidend für die Behandlungschancen der Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig muss gesundes Hirngewebe bestmöglich geschont werden – eine der größten Herausforderungen in der Neurochirurgie“, sagt Oberarzt Dr. Matteo Bonsanto.
Mit Robo-COP – kurz für „Robotergestützte Neurochirurgie unter Verwendung von optischer Kohärenztomographie und Ultraschall-Aspiration“ – wollen die Forschenden die Grundlagen für die nächste Generation der bildgeführten und robotergestützten Neurochirurgie schaffen. Dabei sollen verschiedene Technologien kombiniert werden, unter anderem die Optische Kohärenztomographie (OCT), ein Verfahren, das feinste Gewebestrukturen sichtbar macht. Ergänzend wird ein spezieller Ultraschall-Aspirator angewandt, der Gewebe nicht nur entfernt, sondern zugleich Informationen über dessen Beschaffenheit liefert. So soll gesundes und krankes Gewebe künftig genauer unterschieden werden als bisher.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung eines robotergestützten Systems, das neurochirurgische Eingriffe automatisiert unterstützen und teilweise selbständig durchführen könnte.
Das Projekt basiert auf einer engen Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Laserzentrum Lübeck sowie den Medizintechnik-Unternehmen Söring GmbH aus Quickborn und ImFusion GmbH aus München. Die Klinik für Neurochirurgie, Campus Lübeck, übernimmt innerhalb des Verbundes eine zentrale Rolle. Die neurochirurgische Expertise bildet die Grundlage für die praxisnahe Entwicklung und intraoperative Umsetzung der neuen Technologien. Nach der Entwicklungsphase ist eine klinische Studie mit Patientinnen und Patienten geplant, bei der die Verfahren während der Tumoroperation geprüft werden sollen.
Die Klinik für Neurochirurgie des UKSH, Campus Lübeck, ist Teil des Universitären Cancer Center Schleswig-Holstein (UCCSH), einem Zusammenschluss aller onkologisch tätigen Einrichtungen des UKSH und der Universitäten in Kiel und Lübeck.
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