Neue Time-Lapse-Mikroskopie im UKSH-Kinderwunschzentrum Kiel

Als erstes Zentrum in Schleswig-Holstein arbeitet das Universitäre Kinderwunschzentrum Kiel jetzt mit einem sogenannten „Time-Lapse-Inkubator“. Bei dieser innovativen Technologie handelt es sich um eine der neuesten und weltweit fortschrittlichsten Möglichkeiten, die Entwicklung von Eizellen im Einzelbildverfahren von ihrer Befruchtung bis zum Embryo fortlaufend aufzunehmen (Zeitrafferaufnahme oder „Time-Lapse“) und gleichzeitig durch konstante Umgebungsbedingungen die Vorgaben der Natur noch genauer kopieren zu können. Bisher musste die Kultur von Embryonen wiederholt unterbrochen werden, indem diese aus ihrem Brutschrank (Inkubator) jeweils herausgenommen wurden, um ihre Entwicklung anschließend unter dem Lichtmikroskop einmalig und statisch beurteilen zu können. Die jetzt verfügbare neue Technologie der Time-Lapse-Mikroskopie findet mithilfe einer integrierten, hochauflösenden Kamera in einem dafür speziell konstruierten Time-Lapse-Inkubator statt. Damit ist eine störungsfreie, somit stabilere und auch natürlichere Embryonalentwicklung möglich, weil eine wiederholte Entnahme der Embryonen aus ihrem Inkubator überflüssig wird. Embryonen werden weder Temperatur-, noch pH-Wert-Schwankungen oder Lichtunterschieden ausgesetzt. „Durch die kontinuierliche und jetzt dynamische Zeitraffer-Analyse der Zellentwicklung lassen sich zudem erheblich mehr Informationen wie z.B. Entwicklungsgeschwindigkeit und Zellteilungsrhythmus zum embryonalen Entwicklungspotenzial gewinnen“, erklärt PD Dr. Sören von Otte, Leiter des Kinderwunschzentrums. „Dieser Informationsgewinn wirkt sich gemeinsam mit den störungsfreien Kulturbedingungen positiv auf den Behandlungserfolg und damit auf die Schwangerschaftsrate aus.“ Die neue Technologie wird für die In-vitro-Fertilisation (IVF) sowie Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) eingesetzt und kann insbesondere in Fällen nützlich sein, in denen es trotz vorheriger mehrfacher Embryonentransfers bisher nicht zur Schwangerschaft kam. Die engmaschige Auswertung der Entwicklung unter Kulturbedingungen kann dabei helfen etwaige Auffälligkeiten aufzudecken. Weitere Informationen zum Universitären Kinderwunschzentrum gibt es unter www.uksh.de/kinderwunsch Quelle: Pressemitteilung des UKSH vom 21.09.17
© UK-SH

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