Zum zweiten Mal nach 2013 ist Prof. Dr. Samuel Huber, I. Medizinische Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), mit einem ERC Grant des Europäischen Forschungsrats ausgezeichnet worden. Damit verbunden ist eine Förderung seiner wissenschaftlichen Arbeiten von knapp zwei Millionen Euro. Für das UKE ist dies bereits der 20. ERC Grant, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des EU-Förderprogramms „Horizon 2020“ erhalten haben.
Jede Wunde geht mit einer Entzündungsreaktion einher. Diese Entzündung ist einerseits von grundlegender Bedeutung, um die Wundheilung zu fördern. Andererseits muss eine Entzündung auch kontrolliert werden, da dies sonst zu einer chronischen Entzündung, wie zum Beispiel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, oder auch zu Tumoren führen kann. „Die physiologische Kontrolle der Wundheilung hängt hierbei von einer fein abgestimmten Kommunikation zwischen dem Immunsystem, dem Gewebe und der mikrobiellen Flora ab“, erläutert Prof. Huber. Wie die komplexe Kommunikation zwischen diesen drei Komponenten und den Molekülen, die sie vermitteln, abläuft, ist jedoch weitgehend unklar. „Diese in zeitlicher und räumlicher Auflösung zu verstehen, ist das Ziel des nun vom Europäischen Forschungsrat geförderten Projektes. Langfristig wollen wir hieraus Therapien für chronisch entzündliche Erkrankungen und Tumore ableiten.“
Starting Grant 2013 für Forschungen zum Zusammenspiel von Darmflora und Immunsystem
Das Projekt mit dem Titel REpAIR („Spatio-Temporal Regulation of Inflammation and Tissue Regeneration: Studying the immune system - tissue - microbiota communication to develop targeted therapies for immune-mediated diseases and cancer”) setzt Prof. Huber zusammen mit Prof. Till Strowig vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig (HZI) um. Es wird im Rahmen des EU-Förderprogramms „Horizon 2020“ für fünf Jahre gefördert. Für das UKE ist dies der 20. bewilligte ERC Grant, für Prof. Huber bereits der zweite: 2013 wurde er mit einem ERC Starting Grant für seine Forschungsarbeiten zum Zusammenspiel von Darmflora und Immunsystem ausgezeichnet.
Prof. Huber studierte Medizin an den Universitäten Ulm, Heidelberg und Mainz, wo er auch promovierte. Seit 2006 ist er im UKE tätig. Er leitete zunächst eine Nachwuchsforschergruppe, bevor er 2013 den Bereich Molekulare Gastroenterologie und Immunologie an der I. Medizinischen Klinik übernahm. 2017 wurde Prof. Huber mit dem Theodor-Frerichs-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin ausgezeichnet, seit 2018 hat er eine Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Prof. Huber leitet zusammen mit Prof. Ansgar W. Lohse die I. Medizinische Klinik und Poliklinik des UKE.
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