Prof. Ramin Assadollahi ist Honorarprofessor für KI

Ausgewiesene Expertise zu Digitalisierung, Medizininformatik, interdisziplinärer Forschung und Entrepreneurship

Prof. Dr. Ramin Assadollahi ist seit Jahresbeginn Honorarprofessor für Künstliche Intelligenz an der Universität zu Lübeck. Er arbeitet an der Schnittstelle von Linguistik, Künstlicher Intelligenz und Neurowissenschaften und ist an der Sektion für Klinische Forschungs-IT der Sektion Medizin tätig.

Prof. Dr. Ramin Assadollahi (Foto: privat)
Prof. Dr. Ramin Assadollahi (Foto: privat)

Die wissenschaftlichen und unternehmerischen Beiträge von Prof. Assadollahi haben bedeutende Impulse für die Entwicklung moderner Sprachverarbeitungstechnologien gesetzt und neue Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der semantischen Modellierung und Künstlichen Intelligenz erschlossen.

"Ich würde gerne meinen Fokus auf folgende drei Themengebiete setzen", sagt Prof. Assadollahi anlässlich der Übernahme der Honorarprofessur an der Universtität Lübeck:

  1. "Mitzuhelfen, ein Ökosystem aus Studierenden, Klinik, Forschung und Startups noch besser zu befeuern.
  2. Simulationen von Genetik und Mikrobiom mit Labordaten zu verbessern, um Erkenntnisse für Longevity und Prävention zu gewinnen.
  3. Abläufe einer Uni-Klinik in der Tiefe zu verstehen und Verbesserungen durch KI an der Realität zu reiben."

Weichenstellungen für intelligente Benutzeroberflächen und semantische Analyseverfahren

Prof. Assadollahi ist bereits in Austausch mit verschiedenen Experten an der Universität, unter anderem Prof. Marcin Grzegorzek in der Medizinischen Informatik, Prof. Carla Nau in der Anästhesiologie und Intensivmedizin, Prof. Christian Sina in der Ernährungsmedizin und auch dem Gründungsbeauftragten Roman Stendler. Zum Thema Startups spricht er auch auf der strategischen Tagung am 6. und 7. März in Neumünster. Zusammen mit Prof. Alexander Katalinic aus der Sozialmedizin und Epidemiologie organisiert er einen Workshop auf der Forschungsklausur am 24. April zum Thema "Transfer von KI in die medizinische Versorgung". Im Sommersemester bietet er ein Blockseminar an der Universität an.

Prof. Ramin Assadollahi, 1973 in Teheran geboren, promovierte nach seinem Studium der maschinellen Sprachverarbeitung an der Universität Stuttgart sowie Forschungen am University College London und der Universität Konstanz mit einem Fokus auf der visuellen Sprachverarbeitung. Bereits in dieser Phase verband er interdisziplinäre Ansätze aus der Linguistik, Psychologie und Informatik und legte damit den Grundstein für seine weiteren Arbeiten.

Im Jahr 2000 gründete er die ExB Labs GmbH, ein Unternehmen, das sich auf die Entwicklung innovativer Technologien im Bereich der Sprachverarbeitung spezialisierte. Besonders hervorzuheben ist seine Arbeit an der „Next-Word-Prediction“-Software, die als Weiterentwicklung der Autovervollständigung in zahlreichen Mobilgeräten weltweit Anwendung findet. Mit dem Verkauf seiner Patente an Nokia im Jahr 2010 stellte er die Weichen für die Weiterentwicklung intelligenter Benutzeroberflächen und semantischer Analyseverfahren.

Entwicklung neuer KI-Modelle zur Verarbeitung natürlicher Sprache

Seit 2014 liegt sein Schwerpunkt auf der Nutzung von Künstlicher Intelligenz und Big-Data-Analysen zur Optimierung von Entscheidungsprozessen in verschiedenen Industrien, darunter die medizinische Wirkstoffforschung, Gesundheitsdienstleistungen, die Automobilindustrie sowie die Finanz- und Versicherungsbranche. Seine wissenschaftlichen Publikationen und Patente belegen die Breite und Tiefe seiner Forschungstätigkeit, die insbesondere die Entwicklung neuer KI-Modelle zur Verarbeitung natürlicher Sprache umfasst.

Im Kontext des Zentrums für Künstliche Intelligenz Lübeck (ZKIL), der Sektion für Klinische Forschungs-IT (SKFIT) und der Forschung in den Instituten für Psychologie und für Medizinische Psychologie der Universität wird sich Prof. Assadollahi zum Beispiel zu folgenden Themen in die Forschung einbringen können:

  1. Entwicklung, Risikenabschätzung, Transfer von KI-gestützten Gesundheitstechnologien
  2. Förderung des Technologietransfers und der Zusammenarbeit mit der Industrie
  3. Untersuchung der neuronalen Grundlagen der Sprachverarbeitung

Hervorragende Entsprechung mit den Entwicklungszielen der Universität

Die Honorarprofessur für Prof. Assadollahi unterstützt zentrale strategische Ziele der Universität zu Lübeck im Bereich KI, Digitalisierung, Medizininformatik, interdisziplinäre Forschung und Entrepreneurship. Seine Expertise passt hervorragend zu den aktuellen und zukünftigen Entwicklungsplänen der Universität und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Dies gilt insbesondere für die folgenden im Struktur- und Entwicklungsplan 2023–2027 genannten Ziele der Universität:

  1. Intelligente Systeme und KI-gestützte Gesundheitstechnologien
  2. Datenintegration, Digitalisierung und maschinelles Lernen in der Medizin
  3. Mensch–Maschine–Umwelt und Kognitive Neurowissenschaften: Ein zentraler Forschungsbereich an der Universität ist die Verbindung von Künstlicher Intelligenz mit Neurowissenschaften und Psychologie, wie sie durch den Forschungsbau LEMMI (Lübeck Environment for Minds and Machines in Interaction) weiter manifestiert wird. Prof. Assadollahi hat bereits in diesem Bereich geforscht, unter anderem zu neuronalen Grundlagen der Sprachverarbeitung, und kann interdisziplinäre Projekte zwischen Informatik, Medizin und Kognitionswissenschaften vorantreiben.
  4. Förderung von Technologietransfer und Industriekooperationen: Als Unternehmer mit Erfahrung in der Gründung und Kommerzialisierung von KI-Technologien (zum Beispiel ExB Labs) kann er neue Brücken zwischen Universität und Industrie schlagen. Beratend hat sich Prof. Assadollahi dergestalt bereits für die Universität verdient gemacht, so in der Beratung des Präsidiumsbereichs Medizin zu Themen der Digitalisierung in der Krankenversorgung und in der Akquise neuer Industrie-Partner für die derzeit laufende Einwerbung des Kompetenzclusters zur Anonymisierung für medizinische Anwendungen (AnoMed II) beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
  5. Lehre, Ausbildung, und Gründerkultur für künftige Generationen: Prof. Assadollahi könnte innovative Lehrveranstaltungen zu KI-gestützten medizinischen Anwendungen sowie Entrepreneurship in der KI-Entwicklung anbieten. Durch seine Erfahrung als Gründer könnte er einen Beitrag zur Ausbildung und Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses in den Sektionen Medizin, Informatik/Technik und Naturwissenschaften leisten.

Die Universität zu Lübeck heißt Prof. Dr. Ramin Assadollahi herzlich willkommen.

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