Rare diseases: BMBF fördert UKSH-Projekte

Seltene Erkrankungen sind eine Gruppe höchst verschiedener komplexer Krankheitsbilder. Sie alle verlaufen jedoch meist chronisch und können zu einer geringeren Lebenserwartung führen. Die Grundlagen vieler dieser Krankheiten sind noch immer unbekannt.

Foto: Immobilien Partner UKSH GmbH/euroluftbild.de/Hoffmann

Ärztinnen und Ärzte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) setzen sich für die Erforschung, verbesserte Diagnostik und Therapie von seltenen Erkrankungen ein. Zwei Projekte am Campus Lübeck und am Campus Kiel werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für eine Laufzeit von drei Jahren gefördert. Sie gehören zu insgesamt elf vom BMBF unterstützten nationalen Forschungsverbünden zu seltenen Erkrankungen.

Im Rahmen des Projekts "CONNECT GENERATE" engagieren sich Neuroimmunologen des UKSH für eine bessere Versorgung von Menschen mit autoimmunen Enzephalitiden, einer seltenen Form der Hirnentzündung. Dabei greifen Antikörper des Immunsystems das Gehirn an und lösen eine Entzündungsreaktion aus. Die Symptome reichen von geringen Auffälligkeiten bis hin zu komatösen Zuständen. Statistisch gesehen erkranken in einer Stadt von der Größe Kiels jährlich etwa zwei bis vier Menschen an einer autoimmunen Enzephalitis. Prof. Dr. Klaus-Peter Wandinger, stellvertretender Leiter des Instituts für Klinische Chemie, und PD Dr. Frank Leypoldt, Oberarzt des Instituts für Klinische Chemie und der Klinik für Neurologie, Campus Kiel, haben die Gründung eines bundesweiten Netzwerks zur Erforschung autoimmuner Hirnentzündungen vorangetrieben und betreuen ein nationales Patientenregister, in dem bislang die klinischen Daten von rund 1.400 Patientinnen und Patienten für Forschungszwecke zusammengetragen wurden. Das UKSH, Campus Kiel, ist neben der Erforschung genetischer Risikofaktoren an der weltweit ersten klinischen Studie beteiligt, die eine Behandlungsoption bei schwerwiegender autoimmuner Enzephalitis prüft. Die Studie startet in Kürze.

An der Klinik für Innere Medizin I, Campus Kiel, ist ein weiteres ebenfalls gefördertes Projekt beheimatet, das sich auf Autoimmunerkrankungen fokussiert, die mehrere Organe betreffen. Prof. Dr. Bimba Hoyer, Leiterin der Sektion für Rheumatologie, beteiligt sich mit ihrem Team am Deutschen Netzwerk für die Erforschung und Therapieoptimierung von Patientinnen und Patienten mit Multi-Organ-Autoimmunerkrankungen ("GAIN"). Gendefekte verursachen bei diesen extrem seltenen Krankheiten die Fehlsteuerung des Immunsystems. Die Folge sind Entzündungen des Knochenmarks, im Darm, in Lunge und Nieren, im Haut- und Nervensystem. Prof. Hoyer und ihr Team konzentrieren sich insbesondere auf die Erforschung eines therapeutischen Ansatzes von Autoimmunerkrankungen, bei denen langlebige Plasmazellen eine Rolle spielen - Zellen, die jene Antikörper produzieren, die die Organe der Patientinnen und Patienten angreifen.

Eine Krankheit gilt als selten, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen davon betroffen sind. Da es aber mehr als 6.000 unterschiedliche seltene Erkrankungen gibt, ist die Gesamtzahl der betroffenen Patientinnen und Patienten sehr hoch. Geschätzt wird die Zahl von vier Millionen Menschen in Deutschland. Die Erforschung seltener Krankheiten verspricht Erkenntnisse, die auch auf andere, häufigere Erkrankungen übertragen werden können.

Weitere News

Indivumed Announces Expansion

Indivumed GmbH (“Indivumed”) announced today the founding of Ix Therapeutics GmbH (“Ix Therapeutics”), a joint venture with Xlife Sciences AG (“Xlife Sciences”), which marks Indivumed’s ...

Weiterlesen …
DATIpilot Roadshow, Pitch in Rostock, Dr. Matteo Mario Bonsanto (l.) und Isabelle Skambath (3. v. l.) aus der Klinik für Neurochirurgie des UKSH. (Foto: BMBF)
DATIpilot Roadshow, Pitch in Rostock, Dr. Matteo Mario Bonsanto (l.) und Isabelle Skambath (3. v. l.) aus der Klinik für Neurochirurgie des UKSH. (Foto: BMBF)

Hirntumore präziser entfernen

Die noch präzisere und sicherere Entfernung von Hirntumoren ist Ziel des Projekts „OCT-AirJet“ der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck. Dieses Projekt ...

Weiterlesen …
Immunreaktionen an der Darmschleimhautbarriere spielen eine Schlüsselrolle bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Hier dargestellt ist die Interaktion von T-Lymphozyten mit Antigen-HLA-Komplex und antigenpräsentierender Zelle. (Bild: © Andre Franke/Renate Nikolaus, Uni Kiel)

Immunreaktionen bei CED

Chronisch-entzündliche Darmer­krankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind schubweise auftretende Entzündungen des Magen-Darm-Trakts, die mit Bauchschmerzen, Durchfällen und einer starken Beein­trächtigung der Lebens­qualität ...

Weiterlesen …