Seegras gegen Krebs?

Kieler Team untersucht potenzielle Wirkstoffe aus Zellwänden des baltischen Seegrases

SeaGal ist das jüngste F&E-Projekt, das vom BlueHealthTech-Bündnis gefördert wird. Die Kieler Projektpartner:innen untersuchen eine ungewöhnliche Pflanze mit großem medizinischem Potenzial: Seegras.

Die beteiligten Wissenschaftler:innen wollen herausfinden, ob Seegrasmoleküle das Tumorwachstum bremsen können. (Bild: BlueHealthTech)
Die beteiligten Wissenschaftler:innen wollen herausfinden, ob Seegrasmoleküle das Tumorwachstum bremsen können. (Bild: BlueHealthTech)

Im Fokus stehen bestimmte Zuckermoleküle in der Zellwand der Seegrasart Zostera marina. Diese sogenannten Arabinogalaktan-Proteine (AGPs) ähneln in ihrer Struktur einem bereits bekannten Wirkstoff aus Zitrusfrüchten, der in klinischen Studien vielversprechende Ergebnisse gezeigt hat. Besonders interessant: Die Seegras-Moleküle binden an ein Protein namens Galektin-3, das auf der Oberfläche vieler Tumorzellen vorkommt und deren Wachstum fördert.

Die Wissenschaftler:innen wollen nun herausfinden, ob die Seegrasmoleküle das Tumorwachstum durch ihre Bindung an das Galektin-3 bremsen können. Dazu werden sie in Laborexperimenten an 3D-Tumormodellen getestet, die aus Krebszellen von Patient:innen bestehen. Auch komplexe Tumorgewebe mit Immunzellen und Bindegewebe werden nachgebildet, um die Wirkung möglichst realitätsnah zu prüfen.

„Langfristig hoffen wir, aus dem marinen Pflanzenstoff eine neue, gut verträgliche Therapieoption zu entwickeln – und damit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu leisten“, erläutert Prof. Dr. rer. nat. Birgit Classen vom Pharmazeutischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie ist die Projektleiterin von SeaGal.

Das Projekt ist am 1. August 2025 gestartet und wird in den kommenden 15 Monaten mit rund 330.000 Euro von BlueHealthTech gefördert.

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