In Deutschland gab es bisher kein Überwachungs- oder Meldesystem über das Vorkommen medizinisch relevanter Stechmückenarten. Auch gibt es keine nennenswerte Forschung zum Verhalten von Mücken und zu der besonders wichtigen Frage, ob einheimische Mückenarten überhaupt eingeschleppte Krankheitserreger übertragen können. Da es sich bei vielen Krankheiten, die von Stechmücken weitergegeben werden, um Krankheiten handelt, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden (sogenannte Zoonosen), hat das BMEL die Koordination übernommen und zwei deutschlandweite Verbundprojekte zur Überwachung und Erforschung von Stechmücken ins Leben gerufen, die das Ministerium mit mehreren Millionen Euro fördert.
„Die Globalisierung nimmt stetig zu – im Bereich des internationalen Warenhandels, aber auch durch private Reisen. Zeitgleich verändert sich das Klima. Damit steigt in Europa die Gefahr von Krankheiten, die durch Stechmücken übertragen werden. Das BMEL-geförderte Projekt „Stechmücken und Stechmücken-übertragene Zoonosen in Deutschland“ leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Schutzes der Gesundheit von Mensch und Tier: Das Projekt steht in enger Verbindung mit der ebenfalls vom BMEL geförderten Monitoring-Studie „Stechmückenmonitoring in Deutschland“. Durch die Verbindung der wissenschaftlichen Erkenntnisse aus beiden Projekten können Risiken zum räumlichen und saisonalen Auftreten der Stechmückenarten in Deutschland und dem damit verbundenen Infektionsrisiko in Deutschland besser eingeschätzt werden“, erklärt Dr. Maria Flachsbarth.
Bereits seit dem Frühjahr 2015 läuft das Projekt „CuliMo“ (Stechmücken Monitoring), das das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems koordiniert und in dem die systematische landesweite Erfassung und Verbreitung der verschiedenen Stechmückenarten im Vordergrund steht. Als weiteres neues Projekt, das das BNITM koordiniert, finanziert das BMEL jetzt „CuliFo“ (Stechmücken Forschung): „Wir möchten vor allem die ökologisch-klimatischen Bedingungen für die Vermehrung und Verbreitung einheimischer Stechmücken, deren genetische Variabilität und insbesondere deren Fähigkeit, Krankheitserreger zu übertragen, erforschen“, so Tannich über die Ziele des Verbundprojekts.
Mit dem FLI und dem BNITM sind an diesen gemeinsamen Vorhaben die Carl von Ossiezky-Universität in Oldenburg, die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt, das Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung in Müncheberg sowie die Gesellschaft zur Förderung der Stechmückenbekämpfung in Speyer beteiligt.
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