TRI? „Das wird ein echter Champion!“

Bei einem weiteren Stopp der #LifeScienceTour von BWI und LSN taucht Senator Westhagemann tief in die Thematik KI und Zellanalytik ein – und ist beeindruckt

Große Freiheit, Hamburg-St. Pauli: Life Science Nord und Michael Westhagemann, Senator der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, sind zu Besuch. Was zunächst nach amüsierfreudigem Abendprogramm aussieht, ändert sich beim Blick auf die Uhr. Es ist halb zwölf und wir besuchen auch keine der überregional bekannten Vergnügungseinrichtungen, sondern das Life-Science-KI-Start-up und LSN-Silber-Mitglied TRI Thinking Research Instruments, das seit Anbeginn seinen Sitz in der Großen Freiheit 77 hat.

Senator Michael Westhagemann zeigte sich sehr beeindruckt von der Technologie, welche die TRI-Gründern Johannes Bauer (li.) und Bruno Chilian zur Marktreife gebracht haben.

Dass der Besuch jedoch keinesfalls unvergnüglich ist, liegt am Innovationsgeist der beiden Gründern Bruno Chilian und Johannes Bauer sowie an den mittlerweile zwei Produkten, die sie in der hauseigenen Kellerwerkstatt zusammensetzen.

Die Zellanalyse-Revolution aus der Großen Freiheit?

Das erste Produkt von TRI ist der VAIDR, ein All-in-one-System zur Zellanalyse, bestehend aus dem eigenem automatisierten Mikroskop und einer Software-Plattform. Das VAIDR-System übernimmt die Bilddatenakquise, die dauerhafte und sichere Verwaltung von Primär- und Metadaten, eine automatische, objektive, konsistente KI-gestützte Bildanalyse sowie die Ergebnisauswertung. VAIDR ist mit der Ausrichtung ein Prozess-Experte im Labor, der die wertvolle Zeit vom wissenschaftlichen Team produktiver machen will.

Im Detail lässt sich Senator Westhagemann nicht nur die Hardware, sondern vor allem auch die von TRI entwickelte KI erläutern, die jetzt auch in einem zweiten Produkt des Hamburger Start-ups zum Einsatz kommt.

Im Rahmen der #LifeScienceTour von BWI und LSN nimmt sich Senator Westhagemann ausgiebig Zeit, um sich von den Physiker Chilian und Informatiker Bauer, den VAIDR bis ins Detail erklären und vorführen zu lassen. Der Senator, selbst gelernter Starkstrom-Elektriker und studierter Informatiker, zeigt sich sichtlich beeindruckt: „Das wird ein echter Champion.“ Und da passt die Geschäftsadresse dann auch wieder perfekt, denn in den Jahren 1611/12 wurde auf dem Gebiet, das damals zu Altona gehörte, ein besonderer Bezirk namens Freiheit eingerichtet. Zwei bestehende Straßen wurden in Große und Kleine Freiheit umbenannt. Handwerker konnten hier gegen eine jährliche Abgabe – unabhängig von einer Zunftzugehörigkeit – ihr Gewerbe ausüben. Die beiden Straßen wurden somit bereits vor über 400 Jahren zu einer besonderen Wirtschaftszone. Hier wurde also schon immer voraus gedacht.

Der SAIBR steht bereits in den Startlöchern

Beim Blick auf die Produktnamen kann dem TRI-Team durchaus eine leichte Affinität zu Science-Fiction-Klassikern wie Star Wars attestiert werden – denn auf den VAIDR folgt jetzt der SAIBR. „Mit dem SAIBR ermöglichen wir es Wissenschaftler:innen beim Anlegen von Zellkulturen nahezu in Echtzeit und vollkommen kontaktfrei das Zellwachstum zu überwachen. Eine Kamera erfasst die vorbeischwebenden Zellen und unsere KI kann sowohl Form und Größe als auch Wachstumsgeschwindigkeit messen, ohne, dass Proben entnommen und zeitaufwändig analysiert werden müssen. Damit sparen Forschungseinrichtungen – wie auch bereits beim Einsatz des VAIDR – Zeit und Geld“, erläutert Thomas Frahm. Der promovierte Biologe unterstützt TRI seit April 2022 als Head of Sales and Business Development insbesondere dabei, das komplette Marktpotenzial der TRI-Lösungen zu heben. „Mit Thomas haben wir unsere Expertise in den Bereichen Biologie und Vertrieb deutlich gestärkt. Durch sein weites Netzwerk in der Biotech- und Forschungslandschaft werden wir unsere Lösungen noch besser dahin bringen können, wo sie ihre Vorteile ausspielen können“, unterstreicht Johannes Bauer.

Weiteres Wachstum nicht ausgeschlossen

Aktuell werden alle Geräte komplett in Handarbeit zusammengesetzt. „Bei weiter steigender Nachfrage werden wir unsere Fertigungsprozesse natürlich anpassen. Wenngleich wir hochpräzise Geräte bauen, braucht es nicht unbedingt einen promovierten Physiker, um VAIDR, SAIBR und vielleicht weitere Produkte zu fertigen“, sagt Bruno Chilian mit einem Augenzwinkern.

Das Herzstück der TRI-Lösungen ist jedoch die hausintern entwickelte und programmierte KI. „Unsere Algorithmen sind der Schlüssel. Die Daten zu den Zellen werden derzeit mit unserer eigenen Hardware, die wir speziell ausgesucht und aufeinander abgestimmt haben, erhoben. So haben wir ein garantiertes Zusammenspiel der Komponenten bis zur Lösung.  . Wir selbst sind aber gespannt, welche zukünftigen Lösungen sich noch auf Basis unserer KI realisieren lassen“, führt Johannes Bauer aus.

„Ich bin wirklich beeindruckt, mit welcher Innovationskraft hier Lösungen entstehen, die seit Jahrzehnten bestehende Prozesse über Nacht von Grund auf ablösen können. Wie das TRI-Team das umsetzt, erinnert mich sehr stark an die 1980er Jahre im Silicon Valley als heutige Weltkonzerne von jungen, mutigen und schlauen Leuten in Garagen und Wohnzimmern gegründet wurden. Auch hier in der Großen Freiheit wird Großes entstehen, da bin ich mir sicher. Und genau das ist es, was den Life-Science-Standort Hamburg so stark macht: Innovation verknüpft mit einer klaren Vision“, zeigt sich Senator Westhagemann hoch erfreut bei seinem Besuch.

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