Tore zur Gesundheit: UHH bewirbt sich um zusätzliches 5. Exzellenzcluster

Antragsskizze aus der Infektionsforschung ausgewählt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat haben heute bekannt gegeben, welche Forschungsinitiativen sich neu als Exzellenzcluster bewerben dürfen: Die Universität Hamburg kann sich neben der Fortführung der vier bestehenden Cluster auch mit einem neuen Bereich bewerben: Hinzugekommen ist die Forschungsinitiative „Tore zur Gesundheit (Gateways): Wie Krankheitserreger das globale Leben prägen“, die in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) entstanden ist.

Die UHH hatte drei neue Clusterinitiativen beantragt, die Skizze zur Infektionsforschung wurde ausgewählt. (Bild: UHH/vonWieding)
Die UHH hatte drei neue Clusterinitiativen beantragt, die Skizze zur Infektionsforschung wurde ausgewählt. (Bild: UHH/vonWieding)

Zudem ist die UHH an der Initiative „BlueMat: Wassergesteuerte Materialen“ der TU Hamburg beteiligt, die ebenfalls die nächste Runde erreicht hat. Die endgültige Entscheidung über die Förderung fällt im Jahr 2025. Die neue Förderlinie von Bund und Ländern beginnt 2026 und dauert sieben Jahre.

Prof. Dr. Hauke Heekeren, Präsident der Universität Hamburg: „Glückwunsch an die beteiligten Forschenden. Der ExStr-Wettbewerb ist äußerst kompetitiv und wir behaupten uns als Exzellenzuniversität gegen starke Konkurrenz. Neben unseren vier bestehenden Exzellenzclustern in den Gebieten Physik, Chemie, Klimaforschung und Manuskriptkulturen, geht nun eine weitere Forschungsinitiative in der Infektionsforschung ins Rennen. Wir bewerben uns damit für fünf Exzellenzcluster. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist ein enger und starker Partner. Beteiligt sind auch das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY), das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, das Leibniz-Institut für Virologie und das Forschungszentrum Borstel. Der Dank gilt allen Forschenden, die an den drei Skizzen in den Bereichen Infektionsforschung, Nierenforschung und Neurowissenschaften beteiligt waren. Als LHK-Sprecher gratuliere ich auch der TU Hamburg zu diesem Erfolg, an dem auch die UHH beteiligt ist. Zwei erfolgreiche Antragsskizzen sind ein starkes Signal für den Wissenschaftsstandort Hamburg.“

Prof. Dr. Blanche Schwappach-Pignataro, Dekanin der Medizinischen Fakultät und Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf: „Die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder bietet für das UKE eine hervorragende Möglichkeit, gemeinsam mit der Universität den Wissenschaftsstandort Hamburg mit interdisziplinären Projekten zu großen Fragen der Zeit nachhaltig zu stärken. Wir freuen uns sehr, dass eine Forschungsinitiative mit wesentlicher Beteiligung eines zentralen Forschungsschwerpunktes des UKE in die nächste Runde des Wettbewerbs gelangt ist und gratulieren den Forschenden zu diesem wichtigen Etappenziel.“

Tore zur Gesundheit (Gateways): Wie Krankheitserreger das globale Leben prägen

In der Forschungsinitiative „Gateways“ wollen Forschende die Auswirkungen verschiedener Krankheitserreger – Viren, Bakterien und Parasiten – auf das globale Leben untersuchen. Gemeinsam untersuchen die Expertinnen und Experten aus den Biowissenschaften sowie den Geistes- und Sozialwissenschaften nicht nur die Entstehung von Infektionskrankheiten, sondern auch deren Folgen und gesellschaftliche Auswirkungen.

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt zudem auf Möglichkeiten zur Prävention. Sie beginnen bei den molekularen und zellulären Mechanismen, die Menschen krank machen, erweitern das Wissen über mögliche Therapien und analysieren aus Krankheitswellen resultierende, politische Entscheidungen in verschiedenen Epochen mit anthropologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen.

So möchte „Gateways to Health“ Forschende in die Lage versetzen, Infektionskrankheiten aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und geeignete Maßnahmen für die Bewältigung dieser Herausforderung in einer sich ständig verändernden Welt zu entwickeln.

Hintergrund

Derzeit gibt es deutschlandweit 57 Exzellenzcluster an 34 Universitätsstandorten. Sie dürfen sich automatisch für die nächste Förderrunde bewerben. Zudem haben einige deutsche Hochschulen – darunter die Universität Hamburg – neue Ideenskizzen für weitere mögliche Cluster erarbeitet. Die Universität Hamburg war mit einer Ideenskizze erfolgreich und wird nun alle Beteiligten dabei unterstützen, aus der Skizze eine überzeugende und erfolgreiche Bewerbung zu entwickeln.

Exzellenzcluster sind interdisziplinäre Forschungsverbünde, die sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen und innovative Forschungsansätze auszeichnen. Sie sind Teil der sogenannten Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder, dem Förderprogramm zur Stärkung der deutschen Spitzenforschung. In diesem mit hohen Fördersummen verbundenen Programm war die Universität Hamburg 2019 äußerst erfolgreich: Sie bekam vier Exzellenzcluster zugesprochen – und wurde darüber hinaus als Exzellenzuniversität ausgezeichnet, als eine von nur elf Universitäten und Universitätsverbünden in Deutschland.

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