Workshop zur Wiederaufbereitung: Was braucht die AEMP wirklich?

User Journey neu gedacht

Im Rahmen des Arbeitskreises Wiederaufbereitung/Usability des Innovationsnetzwerks HIHeal (Hygiene, Infection & Health) fand vor einiger Zeit beim Medizintechnikunternehmen Olympus in Hamburg ein eintägiger Workshop statt. Ziel der Veranstaltung war es, wiederkehrende Probleme in Aufbereitungseinheiten für Medizinprodukten (AEMP) zu identifizieren und zu strukturieren. Der Workshop trug den Titel „User Journey für die Wiederaufbereitung von Medizinprodukten in der AEMP“

Dazu erarbeiteten Teilnehmende aus unterschiedlichen Bereichen, darunter AEMP- und Hygiene-Fachkräfte, Usability-Expert:innen sowie Vertreter:innen von Medizinprodukteherstellern, gemeinsam User Journey Maps zur Wiederaufbereitung eines Medizinprodukts. Auf diese Weise konnten wiederkehrende Herausforderungen entlang des gesamten Aufbereitungsprozesses systematisch sichtbar gemacht werden.

Dank Perspektivwechsel zu Lösungsansätzen

In Kleingruppen wurden die Abläufe aus Sicht einer AEMP-Mitarbeiterin und einer AEMP-Leitung betrachtet. Dabei durchliefen die Gruppen alle relevanten Phasen – von der Nachbereitung am Bettenplatz über die Aufbereitung bis zur Rückführung auf die Intensivstation. Für jede Phase wurden Ziele, Emotionen und konkrete Herausforderungen betrachtet. Die identifizierten Herausforderungen und Lösungsansätze wurden thematisch gebündelt, unter anderem in den Bereichen Personal, Informationen, Organisation und Tools.

Zentrale Herausforderungen:
•    Hohe Komplexität durch unterschiedliche Produkte, Geräte, IFUs (Instruction for Use – Gebrauchsanweisung für Medizinprodukte) und Herstelleranforderungen
•    Zeitdruck, Personalmangel und Sprachbarrieren erschweren die sichere Aufbereitung
•    Fehlender Zugang zu einfach verständlichen, digitalen und mehrsprachigen Informationen im Arbeitsalltag
•    Große Unterschiede zwischen Station, AEMP und Intensivbereichen bei Verantwortung und Informationsfluss

Identifizierte Lösungsansätze:
•    Niedrigschwelliger Wissenszugang (z. B. digitale Interfaces, Videos, AR (Augmented Reality), QR-Codes)
•    Standardisierung und bessere Schnittstellen zwischen Klinik, IT und Herstellern
•    Stärkeres Empowerment der AEMP durch Sichtbarkeit, Beteiligung und Wertschätzung
•    Frühzeitige Zusammenarbeit entlang des gesamten Lebenszyklus von Medizinprodukten

Sketchnote macht Ergebnisse sichtbar

Im Nachgang visualisierte die Grafikerin Ania Groß die Ergebnisse des Workshops in einer zweiteiligen Sketchnote, die die zentralen Erkenntnisse kompakt zusammenfasst. In der Zukunft soll ein Austausch zwischen den relevanten Stakeholdern wiederholt werden und insbesondere die Themen „Fortbildung und Zugang zu Wissen“ sowie „Unterschiede bei Geräten, Herstellern und Komplexität“ weiter adressiert werden.

Die Sketchnote finden Sie hier als PDF. Sie können das Dokument gerne für Ihre eigene Arbeit nutzen, wir freuen uns jedoch über eine kurze Information an unseren Projektmanager Dr. Georg Eschenburg.

Wir bedanken uns bei den anwesenden Expert:innen von: Olympus, Draeger, Helios Endo-Klinik, Labonte Medical, Indeed Innovation, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein sowie dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Das Projekt HIHeal next Level wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und der Freien und Hansestadt Hamburg kofinanziert.

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