Fünf Jahre KAI: Von der Grundlagenforschung zur Anwendung
Seit fünf Jahren verbinden DESY und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) ihre Kompetenzen in Grundlagenforschung und angewandter Wissenschaft. Beim Festakt am 12. Oktober 2026 unterzeichneten DESY-Direktorin Beate Heinemann, Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal und Axel Wagenitz, Vizepräsident für Forschung und Transfer der HAW Hamburg, ein gemeinsames Dokument für die nächste Phase der Zusammenarbeit. Drei Handlungsfelder sollen die Kooperation bis 2032 prägen.
Wie lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Technologien überführen? Und wie können Studierende frühzeitig an Forschung herangeführt werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich DESY und die HAW Hamburg seit dem Start ihrer Kooperation für Anwendung und Innovation, kurz KAI. Zum fünfjährigen Bestehen blickten die Partner an der HAW Hamburg auf gemeinsame Projekte zurück und vereinbarten neue Schwerpunkte für die kommenden Jahre.
„Hamburg ist dann am stärksten, wenn unsere Wissenschaftseinrichtungen ihre unterschiedlichen Stärken zusammenbringen“, sagte Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal. KAI zeige, wie Grundlagenforschung und angewandte Wissenschaft gemeinsam an konkreten Lösungen arbeiten, etwa für eine effizientere Herstellung von grünem Wasserstoff. Zugleich eröffne die Zusammenarbeit jungen Talenten Wege vom Hörsaal ins Labor. „Aus einem Anstoß ist etwas geworden, das seinen Weg jetzt selbst geht. Mit dem Positionspapier bekräftigen wir heute gemeinsam: Grundlagenforschung und Anwendung sind in Hamburg ein starkes Team.“
Gemeinsame Forschung schafft neue Perspektiven
Auch DESY-Direktorin Beate Heinemann betonte die Bedeutung unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektiven. „Neue wissenschaftliche Ideen entstehen oft dort, wo unterschiedliche Perspektiven und Methoden aufeinandertreffen“, sagte sie. „Genau das macht unsere Kooperation so wertvoll: Wir verbinden die Grundlagenforschung und Forschungsinfrastrukturen von DESY mit der anwendungsorientierten Expertise der HAW Hamburg.“
Seit dem Start von KAI sind gemeinsame Forschungsprojekte entstanden, die unter anderem Datenwissenschaften, Materialforschung und Lebenswissenschaften verbinden. Die Themen reichen von funktionalisierten Biomaterialien für einen verbesserten UV-Schutz von Textilien bis zu Virtual-Reality-Anwendungen für Experimente an der Röntgenlichtquelle PETRA III. Auch maschinelles Lernen und nichtlineare Optik kommen in gemeinsamen Projekten zum Einsatz.
Ein wichtiges Instrument ist das KAI-Seed-Money-Programm. Es unterstützt neue Forschungsideen mit einer Anschubfinanzierung und soll künftig gezielter größere Forschungsprogramme, Drittmittelprojekte, Technologietransfer und Gründungen vorbereiten.
Drei Handlungsfelder bis 2032
Für die nächste Phase haben DESY und die HAW Hamburg drei Schwerpunkte vereinbart. Im Handlungsfeld „Talente und Karrieren“ wollen die Partner praxisnahe und duale Studienangebote weiterentwickeln, gemeinsame Promotionsaktivitäten ausbauen und neue Karrierewege zwischen beiden Einrichtungen schaffen. Auch gemeinsame Berufungsmodelle sind vorgesehen.
Das zweite Handlungsfeld, „Digitale Technologien für Wissenschaft und Gesellschaft“, bündelt Kompetenzen in Datenwissenschaften, Künstlicher Intelligenz und Quantentechnologien. Ziel ist es, digitale Methoden sowohl für die Forschung als auch für gesellschaftliche und wirtschaftliche Anwendungen nutzbar zu machen.
Im dritten Handlungsfeld, „Innovation aus gemeinsamer Forschung“, wollen die Partner eine gemeinsame Drittmittelstrategie entwickeln und weitere Verbundprojekte auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene anstoßen. Geplant sind unter anderem gemeinsame Demonstratoren, Testumgebungen und Reallabore. Auch die künftige Röntgenlichtquelle PETRA IV soll als Technologie- und Innovationsmotor dienen.
Die Präsidentin der HAW Hamburg, Ute Lohrentz, sieht darin auch neue Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs: „In der nächsten Phase wollen wir Studierenden und dem wissenschaftlichen Nachwuchs durchgängige Wege eröffnen – von ersten Forschungserfahrungen über gemeinsame Promotionsprojekte bis hin zu Führungsperspektiven und einer möglichen Professur.“ Zugleich sollen wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in Anwendungen und Transfer überführt werden.
Neue Ideen gemeinsam entwickeln
Beim anschließenden KAI-Forum diskutierten Forschende beider Einrichtungen neue Kooperationsideen. Pitch-Sessions, Posterpräsentationen und Infostände boten Gelegenheit, gemeinsame Ansätze zu entwickeln und Kontakte zu knüpfen.
In den kommenden Jahren soll KAI die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und angewandter Wissenschaft weiter stärken. Damit wollen DESY und die HAW Hamburg neue Technologien voranbringen, Nachwuchskräfte fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse stärker für Gesellschaft und Wirtschaft nutzbar machen.
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